Selbstständig in neue Welten eintauchen

Am Schluss einer IPA steht die Bewertung. Beurteilt werden das Produkt und der Prozess, und zwar durch die Schülerinnen und Schüler selbst und durch die Lehrperson. «Wichtig ist, dass wir die Selbst- und die Fremdeinschätzung gemeinsam besprechen», erklärt Nicole Müller. Grosse Differenzen gebe es selten. «Gerade die Älteren können sich recht gut einschätzen.»
Bei der Entstehung der IPA in Rickenbach stand die Individualisierung Pate. Vor zehn Jahren initiierte die damals neue Schulleiterin Brigitte Leu ein Schulentwicklungsprojekt. Die Überlegung war, den Unterricht derart umfassend zu individualisieren, dass die Kinder in jedem Fach selbstständig arbeiten könnten. Die IPA war ein Teil dieser Strategie und wurde als Erstes angepackt.
«Wir merkten bald, dass es eine Riesenkiste ist, die sauber aufgebaut werden muss», sagt Schulleiter Gehring. «Deshalb haben wir beschlossen, den ganzen Rest zurückzustellen und uns auf die IPA zu konzentrieren.»Ausgehend von der «Independent Investigation Method», einer US-amerikanischen Methode des forschenden Lernens, wurde die Rickenbacher Variante erarbeitet. Seither entwickelt sich die IPA immer weiter. Es gibt inzwischen eine ansehnliche Sammlung mit Best-Practice-Beispielen, den sogenannten «Honigtöpfen», und Worst-Practice-Beispielen, den «Bärenfallen». Zudem ist IPA auch an den Stufen- und Schulkonferenzen immer wieder ein Thema. «Man muss regelmässig darüber sprechen», sagt Nicole Müller. «Wir sind laufend daran, die Schritte zu verbessern und zu entwickeln.»
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