Segelregatta mit Lerneffekt

Zahlreiche Anknüpfungspunkte
Natalie Bönheim ist von dem Angebot begeistert. «Es passt sehr gut in den NMG-Unterricht. Schon in der 5. Klasse hatten wir das Thema Wasser, darauf kann ich nun aufbauen und Querverbindungen herstellen, etwa zu Tieren und Pflanzen inden Polarregionen und ihren Lebensbereichen.» Die Primarlehrerin knüpft aber auch in anderen Fächern an die Vendée Globe an. So hat sie etwa im Englischunterricht mit der Klasse «Around the World in 80 Days» von Jules Vernes gelesen und mit den Schülerinnen und Schülern eine Vorstellung der gleichnamigen Kinderoper im Opernhaus Zürich besucht.
Und selbst überfachliche Kompetenzen würden gefördert, betont sie. Zu Beginn hätten die Kinder beispielsweise mitgefiebert in der Hoffnung, Oliver Heer werde aufs Podest segeln. Doch recht bald sei ihnen bewusst geworden, wie viel diese Regatta den Seglern abverlangt und dass es nicht in erster Linie ums Gewinnen gehe, sondern darum, die Herausforderungen anzunehmen und zu meistern. Schliesslich mussten mittlerweile schon mehrere Teilnehmer die Segel streichen. Die Klassenlehrerin betreibt einigen Aufwand, um zusätzliches Material zusammenzusuchen oder um sich zu überlegen, welches Wissen sie der Klasse vermitteln will. «Die Module sind sehr gut aufbereitet, informativ und anregend, aber es ist ein Unterschied, ob man sie in einer 4. oder in einer 6. Klasse einsetzt.»
Der Gewinn des Lernangebots ist für sie jedoch unbestritten: «Durch die Verknüpfung mit der Regatta gelingt es, bei den Kindern das Interesse für unseren Planeten zu wecken. Und ebenso lernen sie, dass es für ein solches Unterfangen Mut, Know-how und Durchhaltewillen braucht und man auch mit Frustrationen umgehen können muss – lauter wichtige Dinge im Leben.» Natalie Bönheim hat selbst spürbar Feuer gefangen und tauscht sich regelmässig mit ihrer Zwillingsschwester aus, die wie sie Primarlehrerin ist und unten im Dorf Zollikon mit ihrer Klasse ebenfalls an dem Programm teilnimmt. Und sie hegt einen grossen Wunsch: «Ich würde Oliver Heer irgendwann nach seiner Rückkehr gern zu uns in die Klasse einladen. Ob das klappt, weiss ich nicht, aber eine persönliche Begegnung mit ihm wäre für die Kinder nach allem, was sie gesehen und gelernt haben, ein einmaliges Erlebnis.»
Nachtrag: Oliver Heer ist am 17. Februar 2025 am Ziel angekommen. Er war 99 Tage unterwegs.
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