Krisenmanagement und Nachhaltigkeit in Stäfa

«Burglind» öffnete den Behörden in Stäfa die Augen. Die Orkanböen des Sturmtiefs erfassten am 3. Januar 2018 grosse Teile der Schweiz. Bäume krachten auf Hochspannungsleitungen und schnitten das Unterwerk Stäfa vollständig vom Strom ab. «Es ging nichts mehr», erinnert sich Ruedi Haug, Leiter der Abteilung Sicherheit.
Die rund 15’000 Einwohnerinnen und Einwohner waren bis zu fünf Stunden ohne Strom, und weder Behörden noch Rettungskräfte waren über das Festnetz erreichbar – die Kommunikation mit den besorgten Bürgern war unterbrochen. «Das wollten wir so nie wieder erleben», sagt Haug. Die Gemeindeführungsgremien begannen daraufhin, sich gezielt auf künftige Stromausfälle vorzubereiten: Konzepte wurden angepasst, ein Notfalltreffpunkt im Gemeindesaal Obstgarten eingerichtet und Satellitentelefone sowie Notstromaggregate angeschafft.
Auf den Ernstfall vorbereitet
Doch nicht nur für einen plötzlichen, grossflächigen Stromausfall, einen so genannten «Blackout», rüstete sich Stäfa. Die Gemeinde hatte in Risikoanalysen eine länger andauernde Strommangellage zwar nicht als primäre Gefährdung, aber dennoch als mögliches Szenario identifiziert. «Deshalb hat uns der drohende Energiemangel im Krisenwinter vor zwei Jahren nicht überrascht. Wir konnten auf unsere Vorbereitungen zurückgreifen», erklärt der Sicherheitschef.
Ähnlich war es der Gemeinde schon mit der COVID-Pandemie ergangen: Als das Virus in der Schweiz zum Thema wurde, konnte Haug seine Pandemiepläne von 2006 aus der Schublade ziehen, die er nach einem grossen Vogelgrippe-Ausbruch in Europa erstellt hatte. Wie damals intensivierte Stäfa angesichts der Energiemangellage das Krisenmanagement. «Die Bedrohung war real und wir nahmen sie ernst», betont Haug.
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