Gesundheit in der Schweiz: Grosse Unterschiede zwischen den Geschl …
Die Gesundheit der Schweizer Bevölkerung weist weiterhin markante Unterschiede zwischen den Geschlechtern auf. Das zeigt ein aktueller Bericht, der auf Daten und Analysen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) sowie weiterer Bundesstellen basiert. Die Ergebnisse unterstreichen, dass gesundheitliche Herausforderungen und Bedürfnisse in der Schweiz stark geschlechtsspezifisch geprägt sind.
Gemäss den neusten Erkenntnissen leben Frauen durchschnittlich länger als Männer, leiden aber häufiger unter chronischen Erkrankungen und psychischen Beschwerden. Männer hingegen sind öfters von tödlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen und weisen ein höheres Risiko für Suchtmittelkonsum auf. Offenbar schlagen sich gesellschaftliche Rollenbilder und ungleiche Belastungen im Alltag deutlich auch in gesundheitlichen Aspekten nieder.
Ein Blick auf psychosoziale Belastungen zeigt, dass Frauen überdurchschnittlich oft unter Stress, Angstzuständen oder Depressionen leiden. Mögliche Ursachen hierfür sehen Fachpersonen unter anderem in mehrfachen Belastungen durch Beruf, Familie und unbezahlte Care-Arbeit. Bei Männern zeigen sich dagegen höhere Raten von Suizid und Alkoholmissbrauch, was auf unzureichende Inanspruchnahme von psychischer Gesundheitsversorgung hinweist.
Die gesundheitliche Versorgung selbst steht ebenfalls auf dem Prüfstand. Laut Bundesamt für Gesundheit nutzen Frauen häufiger medizinische Dienste, insbesondere im Bereich der Prävention und Früherkennung. Männer hingegen suchen medizinische Hilfe im Durchschnitt später auf und zeigen generell eine geringere Nutzungsintensität.
Die Erkenntnisse werfen grundsätzliche Fragen auf – namentlich über eine gendersensible Gestaltung des Gesundheitssystems in der Schweiz. Der Bundesrat sieht in der nun veröffentlichten Analyse einen klaren Auftrag, gesundheitliche Gleichstellung weiter voranzutreiben. In Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) sowie weiteren Akteuren sollen Massnahmen geprüft werden, um geschlechtsspezifische Unterschiede wirkungsvoll anzugehen.
So sollen etwa Sensibilisierungsangebote für Fachpersonen im Gesundheitswesen geschaffen und frauenspezifische Anliegen stärker in medizinischer Forschung und Versorgung berücksichtigt werden. Gleichzeitig liegt ein Fokus auf Präventionskampagnen, die Männer gezielter ansprechen und dazu motivieren sollen, psychische Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
Damit geht die Schweiz einen weiteren Schritt in Richtung eines Gesundheitssystems, das die Vielfalt der Bevölkerung ernst nimmt – und gesundheitliche Chancengleichheit nicht nur als Ziel, sondern auch als Verpflichtung versteht.
Quelle: https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/katalog.assetdetail.35269335.html







