Alarm in der Schule – was nun?

Das Care-Team hat unterdessen Einsatzstrukturen aufgebaut und im Sporttrakt einen warmen Betreuungsraum bezogen. Die Einsatzleiterinnen und -leiter haben genügend Informationen sammeln können und organisieren nun die Betreuung von «Betroffenen». Das wären in diesem Fall die Klassenkameradinnen und-kameraden der vermissten Schüler, die Klassenlehrperson oder jene, die mit der Ungewissheit des Geschehens Mühe haben oder Symptome eines Schocks zeigen. Eine sogenannte Care Giverin kauert neben einer verwirrten Person.
Das CareTeam arbeitet dabei nach Modellen, die vom Bund zertifiziert und schweizweit vorgegeben sind. «Es gilt, die Emotionen der Betroffenen auszuhalten, beruhigend auf die Menschen einzuwirken und sie soweit aufzubauen, dass sie wieder die Kontrolle über ihr eigenes Verhalten erlangen können», erklärt André Meier. Dabei könne auch helfen, den Betroffenen Informationen weiterzuleiten, etwa, dass ein vermisster Schüler unterdessen aufgetaucht sei, dass die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle habe oder der Brand «nur» eine grössere Rauchentwicklung gewesen sei. «Unsere Arbeit soll verhindern, dass Spätfolgen auftreten könnten, die eine längerfristige Therapie zur Folge haben.»
Knapp eine Stunde nach dem Alarm gibt Andreas Kläui via Megafon das Ende der Übung durch. Der Schulbetrieb wird wieder aufgenommen. Einige haben noch eine Musikstunde, andere ziehen sich für den Turnunterricht um oder gehen nach Hause. Aber für die Schülerinnen und Schüler bleibt die Übung das zentrale Gesprächsthema. «Es war eine coole Aktion», sagt einer der Jugendlichen. «Das Beste war, dass wir keinen Unterricht hatten», findet ein anderer. «Die Übung war sicher nötig», meint eine Schülerin. «Ich habe mich nur gewundert, dass wir in drei Jahren noch nie eine solche Übung hatten.»
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