Schwammstadt – grün, blau und grau gemeinsam denken

Die Schwammstadt war ein zentrales Thema der ersten Zürcher Klimatagung, auf der sich im Januar Fachleute aus verschiedenen Disziplinen trafen. Was ist Euer Eindruck, wo der Kanton Zürich in Sachen Schwammstadt steht?
Andrea Saluz: Ich habe selten ein Thema erlebt, das so wohlwollend von verschiedenen Disziplinen unterstützt wird. Es scheint, das Vorantreiben des Schwammstadtprinzips hilft, das Silo-Denken zu überwinden, zumindest im Planungsbereich. Es herrscht echter Pioniergeist, aber wir befinden uns noch innerhalb einer «Bubble» aus Fachleuten, die es nun zu öffnen gilt. Trotzdem dürfen wir nicht in blinden Aktionismus verfallen und womöglich Folgeprobleme schaffen. Denn Kontrollinstanzen und Normen haben besonders im Gewässerschutz einen wichtigen Schutzcharakter. In der Stadt Zürich gibt es enormes Potenzial, um Wasser effizient zu nutzen. Dafür ist ein Umdenken notwendig, bei dem verschiedene Interessen zusammengebracht werden müssen.
Bettina Walch: Die Zusammenarbeit zwischen Kanton, Gemeinden, Wissenschaft, Architektur und Privatsektor ist beim Thema Schwammstadt beispielhaft. Entscheidungsträger, Behörden und Verwaltung haben das Thema aber noch nicht überall ausreichend erkannt. Wir müssen die Co-Benefits der Schwammstadt – wie Hochwasserschutz, Gesundheit, Allgemeinwohl, schönere Lebensräume und soziale Sicherheit – deutlicher aufzeigen.
Stefan Schmid: Bei den «klassischen» Aufgaben, wie der Versickerung von Regenwasser, sind wir im Kanton Zürich gut aufgestellt. Bei der gezielten Nutzung von Wasser, zum Beispiel für Strassenrabatten und Bäume, stehen wir jedoch erst am Anfang. Dies hat historische Gründe, da Strassenabwasser oft verschmutzt ist, was dessen Nutzung erschwert. Der Schutz des Grundwassers, unseres Trinkwassers, ist seit jeher zentral. Erst in den letzten Jahren gibt es neue Lösungen zur sicheren Nutzung von Strassenabwasser. Diese Entwicklungen sind wichtig, um den Schutz des Grundwassers für künftige Generationen zu sichern und gleichzeitig den Siedlungsraum an heutige Bedürfnisse anzupassen. Wir sind im Kanton Zürich zum Glück gut vernetzt und profitieren von der Nähe zu Forschungsanstalten, die uns helfen, neues Wissen umzusetzen.






