Im Gespräch mit Martin Neukom

Der Kanton Zürich hat im Krisenwinter 2022/2023 umfangreiche Massnahmen getroffen. Was haben diese bewirkt?
Heute sind nicht nur die Gesellschaft und die Wirtschaft besser auf eine mögliche Energieknappheit vorbereitet und sensibilisiert, sondern auch die Behörden im Kanton Zürich. Die damals drohende Krise hat vielen Menschen bewusst gemacht, wie wichtig Energie in unserem täglichen Leben ist, und auch beim Kanton haben wir daraus Lehren gezogen.
Als sich im Sommer 2022 eine Energieknappheit abzeichnete, waren einige Zuständigkeiten noch nicht eindeutig geregelt. Der vom Regierungsrat eingesetzte Führungsausschuss Energiemangellage hat die Zusammenarbeit zwischen Bund, Kanton, Gemeinden und der Wirtschaft geklärt, was die Reaktionszeit und Effizienz in Krisensituationen künftig deutlich verbessert. Zudem haben wir unsere eigenen Prozesse, Konzepte und Notfallpläne überprüft, dabei Schwachstellen aufgedeckt und diese auch behoben. Der Kanton Zürich ist heute wesentlich besser auf ein solches Ereignis vorbereitet als noch vor zwei Jahren.
Wie nachhaltig war das Energiesparprogramm, das der Regierungsrat der kantonalen Verwaltung damals verordnet hat?
Im Krisenwinter senkten wir in rund 2000 kantonalen Gebäuden die Raumtemperatur auf 20 Grand, reduzierten die Innenbeleuchtung und verzichteten auf die Beleuchtung von Kulturdenkmälern. Herkömmliche Leuchtmittel wurden durch LED ersetzt und der Stand-by-Verbrauch elektronischer Geräte reduziert. Diese vermeintlich kleinen Massnahmen summierten sich und wir waren überrascht, wie viel Energie dadurch tatsächlich eingespart werden konnte. In der engeren Zentralverwaltung zeigte sich, dass diese Einsparungen auch im folgenden Winter aufrechterhalten werden konnten.






