Volkshaus: Der Transformation einen Schritt näher
Am Samstag, 29. August, fand im «Volkshaus» der Workshop statt, der der Informationsveranstaltung von Anfang Juli folgte. Somit kommt die Neunutzung, die spätestens 2028 zum Tragen kommt, einen gewichtigen Schritt weiter.
Text: Stefan Baumgartner
Bilder: zvg
28 Teilnehmerinnen und Teilnehmer engagierten sich einen Tag lang im Saal des Restaurants Volkshaus, um Haus und Genossenschaft eine neue Zukunft zu geben. (Der Wädenswiler Anzeiger berichtete in der Juni- und August-Ausgabe.) Der jüngste Workshop-Teilnehmer war 17 Jahre alt, die weiteren engagierten Personen teilten sich in die Altersgruppen bis und über 40 auf.
Es seien vor allem Privatpersonen aus Wädenswil und auch aus Richterswil gewesen, Institutionen hätten sich eher zurückgehalten, weiss Ruedi Hotz als einer der Vertreter aus Steuerungsgruppe und Vorstand der Volkshausgenossenschaft. Viele der Teilnehmenden hätten aber auch mehrere Hüte angehabt, sprich verschiedene Vereine und Organisationen vertreten, ergänzt Adrian Schärer, aktueller Präsident der Genossenschaft, der das Haus gehört. Und es seien auch einige Anwohnerinnen und Anwohner erschienen, die aus erster Hand wissen wollten, wie es mit dem markanten Bau in der Nachbarschaft mitten im Zentrum weitergehen wird. Und so freute sich Ruedi Hotz: «Wir konnten mit unserem Aufruf zum Workshop tatsächlich auch neue Interessierte ansprechen, die aus keiner der bestehenden «Bubbles» stammten. Das Volkshaus ist eine Angelegenheit, die alle betrifft!» Und so war auch der Geist, wie er bereits an der Infoveranstaltung spürbar war, am Workshop wieder da. Niemand habe sich über politische Zugehörigkeit definiert; so dass das neue Volkshaus tatsächlich wieder für alle Wädenswilerinnen und Wädenswiler (und darüber hinaus) ein Begegnungsort werden kann.
Am Workshop sind die unterschiedlichen Perspektiven und Ideen der Teilnehmenden ineinandergeflossen. «Daraus ist eine neue Energie entstanden – ein frischer Wind, der Lust macht, das Haus und seine Möglichkeiten weiterzuentwickeln», meint Philipp Meyer, der den Workshop mit Aurel Greter moderiert hat.
Aus dem Workshop selbst kristallisierten sich einige Wünsche, aber auch Ansprüche: So soll der Saal aufgewertet und zentrales Objekt werden – mit niederschwelligem Zugang und verschiedenen Funktionen, sei’s für Vereine oder Kulturschaffende – zum Beispiel, um hier Projekte zu entwickeln, aber ohne in Konkurrenz zu treten mit etablierten Bühnen oder Veranstaltern. Klar war jedoch auch allen Workshop-Teilnehmern, dass sich ein Saal nicht selbst trägt, dass es dazu auch einen monetären Ausgleich braucht. Möglich wären auch gemischte Nutzungen: «Wieso nicht tagsüber einen Workspace mit mobilen Arbeitsinseln für digitale Nomaden einrichten, um den Saal abends mit Kultur zu befüllen?», fragt Adrian Schärer. Solche Ideen wurden besprochen, verworfen und auch wieder frisch aufgegriffen. Ruedi Hotz weiss, dass der Saal jetzt unternutzt ist, aber mit relativ wenig Aufwand einer grösseren Gemeinschaft zugänglich gemacht werden könnte. Adrian Schärer bringt als bestehendes Beispiel eine ehemaligen Produktionsstätte in der Stadt Zürich, wo tagsüber Kleinhandwerker ihrem Gewerbe nachgehen und abends gastronomische Events stattfinden. Dazu hätte auch das Volkshaus zwei weitere Etagen zur Verfügung, die auch in die Gesamtbetrachtung einfliessen könnten, wie Adrian Schärer ergänzt. Ein Aspekt war auch die Zusammenarbeit mit anderen bestehenden Organisationen mit ähnlichen Zielen, aber auch Nöten und Sorgen. «Wie können wir uns als Volkshausgenossenschaft in ein grösseres Ganzes einbringen?», fragt sich Ruedi Hotz. Andere im soziokulturellen Bereich Tätige hätten ähnlich gelagerte Herausforderungen wie etwa Nachfolgeprobleme oder Standortfragen.
Wie weiter?
«Was wir der ausserordentlichen Generalversammlung präsentieren werden, können wir heute noch nicht sagen», sagt Ruedi Hotz. «Wir haben eine breite Palette an Möglichkeiten für das ganze Haus oder auch einzelne Elemente daraus. Unsere Aufgabe ist nun, zuerst innerhalb der Steuerungsgruppe und dann im Vorstand der Volkshausgenossenschaft die Projektideen so zu verdichten, dass wir der Generalversammlung etwas sinnvolles vorschlagen können. Wichtig ist, dass wir aufzeigen können, dass es zahlreiche Leute gibt, die sich für die Zukunft des Volkshauses engagieren und auch künftig mithelfen wollen. Wir können der Generalversammlung auch aufzeigen, dass es uns gelungen ist, eine Erneuerung auch der Genossenschaft und des Genossenschaftsgedanken herbeizuführen. «Das Volkshaus bewegt!», ergänzt Adrian Schärer. So hätten sich aus dem Workshop heraus über 20 Personen entschieden, weiter an der Transformation mitarbeiten zu wollen. «Es gibt ein richtig grosses Interesse und Engagement, die Zukunft dieses Hauses zu gestalten. Weit über die Genossenschaft hinaus».
Wären alle Stricke gerissen, stand zu Beginn des Transformationsprozesses auch ein Verkauf der Liegenschaft, zum Beispiel an eine andere Genossenschaft, zur Debatte. Stand heute, nach Infoabend und Workshop, ist diese Möglichkeit nach Meinung der beiden Vertreter der Genossenschaft in weite Ferne gerückt. Denn auch die Genossenschaft selbst verspürt Zuspruch: Seit dem ersten Artikel im Wädenswiler Anzeiger hat die Genossenschaft 20 neue Mitglieder gefunden.







