Masterplan für den Bildungs- und Forschungsstandort Wädenswil …
Der Masterplan für den Bildungsstandort Wädenswil beschreibt die umfassende Transformation des traditionsreichen Bildungs- und Forschungsareals am Zürichsee. Nach dem Rückzug von Agroscope, des Kompetenzzentrums des Bundes für die landwirtschaftliche Forschung, und der Rückübertragung der Grundstücke an den Kanton Zürich, eröffnen sich neue Entwicklungsmöglichkeiten, insbesondere auf den Campus Schloss und Grüental.
Text: Stefan Baumgartner
Visualisierung: zvg
Die Stadt Wädenswil und der Kanton Zürich verfolgen gemeinsam das Ziel, den Standort zukunftsfähig auszubauen, die Zusammenarbeit zu stärken und den Raumbedarf für Bildung und Forschung langfristig zu sichern. Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) bleibt dabei zentraler Akteur, mit einem geplanten Ausbau auf rund 3900 Studierende und Mitarbeitende bis 2050. Die drei Campus – Schloss, Grüental und Reidbach – werden neu organisiert, wobei Nutzungen vom Campus Reidbach auf den Campus Schloss verlagert und der Strickhof langfristig ebenfalls dorthin umgesiedelt wird. Zusätzlich werden hochschulnahe und öffentlichkeitswirksame Drittnutzungen wie Gastronomie oder Unternehmen integriert, um die Attraktivität und Vielfalt des Standorts zu erhöhen und einen Mehrwert für die Bevölkerung zu schaffen. Die Bevölkerung profitiert zudem von verbesserten Wegen, attraktiven Grünräumen und einer stärkeren Öffnung der Anlagen.
Der Masterplan dient als strategisches Instrument und politische Absichtserklärung. Er bildet die Grundlage für die Anpassung des kantonalen Richtplans, die Integration in kommunale Planungsinstrumente und die räumliche Entwicklung. Die Struktur des Masterplans umfasst Leitideen, räumliche Prinzipien und eine Umsetzungsagenda mit Massnahmen, Verantwortlichkeiten und Zeithorizonten. Die Leitideen betonen einen zukunftsgerichteten Bildungsstandort mit zwei eigenständigen Campus, die in einen offenen Landschaftspark eingebettet sind. Nachhaltigkeit steht dabei im Zentrum: Neubauten erfüllen hohe ökologische Standards, bestehende Gebäude werden möglichst erhalten, und die Aussenräume werden biodivers und klimatisch wertvoll gestaltet. Die Anbindung an den öffentlichen Verkehr sowie die Förderung von Fuss- und Veloverkehr werden verbessert, während der motorisierte Individualverkehr reduziert und die Parkierung auf dem Campus Schloss konzentriert wird. Die partnerschaftliche Umsetzung zwischen Kanton und Stadt sowie die transparente Information der Bevölkerung, sind weitere zentrale Elemente.
Konkret bedeutet nachhaltige Planung, dass die gemeinschaftliche Trägerschaft von Kanton und Stadt die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele sicherstellt. Flexible Flächen und attraktive Aufenthaltsorte entstehen, die sowohl für die Hochschule als auch für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Biodiverse, klimatisch wertvolle Grünräume werden geschaffen, und der Betrieb der Anlagen erfolgt emissionsarm durch erneuerbare Energien und effiziente Neubauten. Mobilitätsstrategien minimieren den Mehrverkehr, indem der Fokus auf den öffentlichen Verkehr und den Langsamverkehr gelegt wird.
Die räumliche Entwicklung orientiert sich am Landschaftspark, der als Grundgerüst für Biodiversität und Stadtklima dient. Die städtebauliche Einbettung respektiert Denkmalschutz und Nachbarschaft, wobei der Campus Schloss kompakt und der Campus Grüental flächig entwickelt werden. Die Mobilität wird durch ein ausgebautes Busangebot, attraktive Fuss- und Velowege sowie eine restriktive Parkierungspolitik geprägt. Die Denkmalpflege bleibt ein zentrales Anliegen, indem Neubauten Abstand zum Schloss halten und der Parkcharakter erhalten bleibt.
Die Umsetzungsagenda sieht vor, dass die Anpassung der Richtpläne auf verschiedenen Ebenen erfolgt und Massnahmen in das Landschaftsentwicklungskonzept integriert werden. Erste Neubauten und die Revitalisierung des Schlossbachs sind für Ende der 2030er Jahre geplant. Die Entwicklung erfolgt etappenweise und wird von einer transparenten Information der Öffentlichkeit begleitet. Der Masterplan wurde nun vom Regierungsrat des Kantons Zürich und vom Stadtrat Wädenswil genehmigt. Insgesamt legt der Masterplan die Grundlage für eine nachhaltige, flexible und attraktive Entwicklung des Bildungsstandorts Wädenswil, die sowohl den Anforderungen der Hochschule als auch den Bedürfnissen der Stadtbevölkerung gerecht wird.






