D/9a-Juniorinnen mit zweitem Sieg im zweiten Spiel
Wunderschönes, faires Spiel bei traumhaften Wetterbedingungen liessen am Schluss nur einen Sieger zu: die D/9a-Juniorinnen vom FC Thalwil, welche die Juniorinnen vom FC Lachen/Altendorf mit 5:1 besiehen.
Samstag, 30. August 2025, Schweikrüti. Punkt 14.30 Uhr pfeift Schiedsrichter Nando die Partie an. über in Gattikon liegt ein perfekt temperiertes Spätsommerkleid von 22 Grad und leichter Bewölkung – und doch zieht wenige Sekunden später ein kalter Schock durch die grün-grün-schwarzen Reihen des FC Thalwil. Die Gäste aus Lachen/Altendorf, komplett in Rot gekleidet, preschen nach vorne. Unser Mittelfeld kommt nicht zur Hilfe und die Verteidigerinnen schauen zu, wie Leonie Pauline den Ball abnimmt, ihn sich auf den starken Fuss legt und nach nicht einmal einer Minuten unhaltbar in die Maschen bringt. Thalwil wankt: Fehlpässe, nervöse Blicke zur Bank, Trainer Michi gestikuliert wild. Erst nach zehn Minuten sortiert sich die Heimelf, findet in den Rhythmus dieses Spiels, doch echte Gefahr strahlt sie kaum aus – bis zur 15. Minute. Ein verunglückter Klärungsversuch der Gäste segelt durch Louisa zurück in den Strafraum, Liv sprintet dazu, nimmt den Ball und schiebt ihn irgendwie an Torhüterin und Verteidigerinnen vorbei zum 1:1 über die Linie. Ein glücklicher, aber lebenswichtiger Treffer, der wie ein Türöffner wirkt.
Kaum startet das zweite Viertel, diktiert Thalwil plötzlich das Geschehen. Liv spielt jetzt, als hätte sie einen Kompass im Schuh: Sie fordert Bälle, verteilt sie mit ungewohnter Präzision. Lexie scheint auf der Aussenbahn Stabilität zu geben während Lea ihre Mitspielerinnen aus der Verteidigung antreibt. In der 35. Minute kombiniert Liv sich mit Louisa im Zentrum durch zwei Gegenspielerinnen, setzt zum Haken an und schliesst trocken flach ins lange Eck ab – 2:1. Das Publikum spürt, dass der Favorit nun den Schalter endgültig umgelegt hat.
Nach der grossen Pause wird das Bild noch deutlicher. Die Defensive um Pauline und Mia steht wie der Gotthard und Keeperin Jenny friert beinahe vor Untätigkeit. Wenige Konterchancen erarbeiten sich die Gäste aus Lachen/Altendorf in dieser Spielphase und das, obschon diverse Umstellungen im Team von Michi eigentlich hätte Schwächen hervorbringen sollen. Helena jagt gemeinsam mit Melissa und Lexie die Linie entlang. Lexie, wie immer die Schnellste auf dem Spielfeld, kriegt das Leder zu fassen und flankt in Minute 55 scharf in den Strafraum. Helene, durch und durch eine Stürmerin, wirft alles hinein, stolpert, stochert – und drückt den Ball zum 3:1 hinter die Linie. Pure Willenskraft führt zu diesem Treffer, wie Michi erläutert. Lachen/Altendorf stemmt sich dagegen, doch der Unterschied im Raumgefühl – die Gäste kommen frisch aus dem kleineren D/7-Feld – wird von Minute zu Minute spürbarer.
Im Schlussviertel ist die Partie dann ein einziger Thalwiler Hochgenuss. Die Roten laufen auf dem Zahnfleisch, die Grün-Grün-Schwarzen spielen jetzt ihr Spiel: One-Touch, Seitenwechsel, Steilpässe, alles klappt. In der 70. Minute bekommt Liv im Mittelkreis den Ball, hebt kurz den Kopf und drischt das Leder aus rund 30 Metern Richtung Tor. Die Keeperin ist zwar mit beiden Händen dran, doch der Strahl ist zu heftig und schlägt unter der Latte zum 4:1 ein. Ein sensationeller und vermeintlich schönster Treffer des Spiels, doch der Nachmittag hat noch ein Kabinettstückchen parat: Sechs Minuten vor Schluss segelt ein hoher Einwurf an, Lea entscheidet sich, den Einwurf ganz im Sinne des SFV mit dem Fuss zu spielen und drischt nach drei Schritten volle Kanne auf das Spielgerät ein. Dieses nimmt Fahrt auf und schlägt kurz vor der Keeperin auf dem Acker Gattikons auf. Und genau dort gibt es wohl eine genügend grosse Unebenheit, welche die Flugbahn des Balles derart verändert, dass das Spielgerät die Torlinie passieren kann. Das 5:1 ist gleichzeitig auch das erste Tor in der jungen Karriere von Lea, die ihr Glück kaum fassen kann und vom ganzen Team geherzt wird.
Nach dem Schlusspfiff beglückwünscht Michi seine Mannschaft: „Der Start war zum Vergessen, aber was für eine Antwort! Das Ding von Liv und Leas Einwurf-Tor – Wahnsinn! Unsere Mauer hinten war grandios, Jenny hatte fast nichts zu tun. Es ist wie immer: es braucht das ganze Team, welches gut zusammengewachsen und bereit für das Cup Spiel ist.“ Auch Claudio und Josef, die beiden Trainer von Lachen/Altendorf, strahlen trotz der Niederlage: „Wir kommen erst aus dem D/7-Fussball, das grosse Feld kostet Körner. Thalwil war klar besser, aber wir nehmen viel Positives mit.“ Beide Staffs loben das vorbildliche Fairplay, und Referee Nando nickt zufrieden, während die Sonne hinter den Wolken hervorblinzelt.
Meisterschaft – Juniorinnen D-9 / Stärkeklasse 1 – Herbst / Gruppe 1: FC Thalwil a – FC Lachen/Altendorf a 5-1 ( 1:1, 2:1, 3:1)
FC Thalwil a: Jennifer, Lea, Mia, Pauline, Liv, Melissa, Louisa, Chloe, Mylène, Lexie, Helena, Helene
FC Lachen/Altendorf a: Olivia, Anastasila, Giulia, Ariana, Luisa, Lia, Leonie, Sophie, Nevia, Fiona, Jil







