D-Juniorinnen überzeugen im Heuried gegen FC Wiedikon mit 0:4
Neues Team, altes Bild: die Thalwilerinnen drücken ihren Gegnerinnen ihr Spiel auf und dominieren über weite Strecken.
Samstag, 1. April 2023. Echt, es ist der erste April und dies ist kein Scherz, denn der April meldet sich mit voller Wucht zu Wort. In Zürich sind alle Rasenplätze gesperrt. Und so wird auch der Auftakt der D-Juniorinnen nicht auf Rasen sondern eben auf Kunstrasen ausgetragen. Aber dazu später mehr. Michi ist komplett neben den Schuhen und vollkommen überfordert. Was braucht es nochmal alles für ein Spiel? Spielerpässe, Taktik, Spielvorbereitung, … Ok, das wird schon. Immerhin stehen ihm helfende Hände zur Verfügung: Jenny und Annemie packen gemeinsam die Trikot-Tasche, denken dabei auch an alle Stulpen und so weiter. Halt alles, was man zum Saisonauftakt so braucht. Michi füllt seine Trainertasche: Soundbox, Trainermappe, Schuhe, alles da. Wunderbar. Und schon geht es zum Treffpunkt, Brand 1. Ist nur Michi angespannt? Nein, seine Assistenzen, Angelo und Robin, sind ebenso neben den Schuhen und warten beim Schweikrüti. Passend dazu hat Sofia Hallenschuhe anstatt Nockenschuhe dabei. Ja, Saisonauftakt der ganz speziellen Art – auch für die Supergirls aus Thalwil. Denn ein Fakt dürfen wir hier nicht unterschlagen: vier Supergirls sind nicht mehr Teil dieser Einheit. Wie wird sich dieser Umstand auf das Spiel der Thalwilerinnen auswirken? Wir werden es beim FC Wiedikon erleben. Erst einmal ist Michi froh, dass sein gesamtes Kader vorhanden ist und den Weg Richtung Zürich antreten kann. Die nächsten 33 Minuten können wir getrost überspringen, denn diese Zeit dauert die Fahrt von Thalwil zum Hauptfeld des FC Wiedikon. Dank einem Vater kriegt Michi sogar einen Logenplatz als Parkplatz direkt vor dem Spielfeld. Naja, die Umkleiden sind dafür maximal weit weg. Sie kennen das: Michi verpeilt, seine Eltern besser organisiert. Dafür dürfen die Supergirls danach auf die Gegnerinnen warten, bei welchen deren Trainerin ebenso noch nicht im Ligabetrieb ist.
Gut gelaunt beziehen die Thalwilerinnen die Garderobe. Ebenso gut gelaunt zeigt sich die Boombox, welche sogleich mit Powerwolf ordentlich Stromgitarre in die Garderobe dröhnt. Es dauert keine 5 Minuten bis Lea, die heutige Captain, die Garderobe verlässt und Michi um Hilfe bittet. Ihr Shirt gehört ins Set der E-Juniorinnen, was Lea mit einer unlösbaren Aufgabe belegt. Alessia und sie tauschen kurzerhand die Nummern. So will Michi dies nun natürlich auch umgehend auf der Lizenzkarte ändern und geht zu seiner Tasche. Was fehlt? Genau: die Trainermappe mit den Lizenzen ist wohl beim Brand 1 geblieben. Klasse Start in die Rückrunde, Herr Trainer! Die Mappe kommt zu Spielbeginn mit Sergei doch noch aufs Heuried, worauf auch die Lizenzkontrolle noch erfolgen kann. Doch der Saisonauftakt bringt noch mehr mit: aufgrund des Wetters sind alle Rasenplätze Zürichs gesperrt. Kunstrasen wäre ja auch kein Problem, doch da zeitgleich zwei D-Teams spielen, gibts nur ein 7ner-Feld pro Partie. Zum Glück geht es unseren Gegnerinnen ja nicht besser. Michi’s Taktik, mit breitem Mittelfeld zu spielen, kann er sich aber sogleich auch wieder abschminken. Spielsystem wechseln, Juniorinnen neu auf die Partie und die neue Spielform einschwören, aufwärmen, fertig – los!
Mit viel Elan pfeift die Schiedsrichterin das Spiel an. Ok, ihre Intension war gut, die Pfeife jedoch für die Tonne. Das Spielgerät bleibt liegen, weil der Pfiff überhört wurde. Nicht nur die Trainer Thalwils amüsieren sich gerade göttlich darüber. Da erste Meisterschaftsspiel der neuen Saison ist angepfiffen. Angelo und Michi beginnen mit Coachen, Robin zeigt sich von seiner ruhigen Seite und übernimmt seine Aufgabe der Teambetreuung. Ist schon sehr angenehm, mit zwei Assistenten zu arbeiten, denkt sich Michi und sieht gleich zu beginn, wie seine Schützlinge auf dem Platz in Richtung des gegnerischen Tors drücken. Schon prasseln die ersten Bälle aufs gegnerische Tor, wobei eher die Richtung als die Effizienz und Präzision stimmen. In der 4. Minute kommt es bereits zum zweiten Eckball des Spiels. Lea legt sich das Spielgerät bereit und bringt einen hervorragenden Ball zu Ella, welche das Leder in den 5er verlängert. Ohne den Boden zu berühren, erreicht der Ball Sophie, welche ihn mit einer Direktabnahme hinter die Torlinie bugsiert. 0:1 für die Gäste vom Zürichsee und ein schöner Auftakt in die neue Runde! Drückend spielen die Thalwilerinnen. Links aussen übernimmt Chloe je länger je mehr Verantwortung, kann sich jedoch nicht so recht mit ihrer Position als Stürmerin anfreunden. Dahingehen zeigt Lexie auf der anderen Aussenbahn deutlich zu viel Respekt, was immer wieder auch für Ella und Lea Arbeit bedeutet. Es läuft schon die Schlussphase des ersten Drittels als sich Lea endlich mal dazu entscheidet, den Ball von der Mittellinie in Richtung Tor zu dreschen. Mit etwas Glück muss die Torhüterin der Einheimischen das Spielgerät passieren lassen, denn das Geschoss kommt auf sehr schwerer Höhe und passiert in der 17. Minute die Torlinie zum 0:2.
„Ihr seid mir zu ängstlich. Ihr zeigt zu viel Respekt vor den Gegnerinnen. Die sind ebenso wenig aus Zucker wie Ihr, also Zweikämpfe annehmen und Bälle erobern“, ist Michi in der Halbzeit zu hören.
Gehen wir ins mittlere Drittel und schauen wir, wie sich Noémi bei ihrem ersten Einsatz im Trikot der Thalwilerinnen macht. Die ersten Aktionen gehen, wie erwartet, ins Leere. Michi hatte definitiv nicht genug Zeit, 9ner Fussball zu trainieren. Und doch zeigen die Spielerinnen des Mitteldrittels, dass sie in der Pause Michi’s kleiner Standpauke zugehört haben. Deutlich mehr Zweikämpfe werden angenommen und auch sauber geführt. Überraschend zeigt sich Ella, die sich massiv gegen ihre Gegnerinnen stemmt und das Spielgerät behauptet. Aber auch Alessia geht an ihre Grenzen und rennt immer wieder in die Tiefe – leider auch hin und wieder zu früh. Es bringt nichts Zählbares bis Alessia in der 20. Minute den Ball mit letzter Kraft an der Torhüterin vorbeidrücken kann und das 0:3 markiert. Leider fällt diese ganz doof auf Alessia, welche danach mit schmerzverzehrtem Gesicht das Spielgeschehen verlassen muss. Sophie übernimmt ihre Position, doch die Wiedikerinnen sind stärker geworden und wissen, was Sophie kann und wie man sie geschickt neutralisiert.
Im Schlussdrittel kommt wieder etwas mehr Bewegung ins Spiel. Die Thalwilerinnen sind wieder drückend überlegen und Michi wechselt frei und munter hin und her, um seine Schützlinge aus dem Konzept zu kriegen. Doch wie Michi und Angelo feststellen dürfen, sind die Supergirls hoch konzentriert und arbeiten bereits wieder gemeinsam, egal was Michi probiert. So bekommt auch die dritte Torhüterin des heutigen Tages kaum Aufgaben gestellt und sucht sich dann schon mal ausserhalb des Strafraumes einen Ball, um nicht vollkommen nutzlos zu sein. In der 66. Minute gelingt Ella einen herrlichen Abschluss und markiert damit das Schlussresultat von 0:4 und den gesicherten ersten Sieg für Michis Thalwilerinnen. Den Schlusspunkt des Spieles setzt aber Jennifer, der von der Mittellinie ein gewaltiger Schuss gelingt, der für jede Torhüterin wohl unhaltbar wäre. Dennoch wird aus diesem Knaller kein 0:5. Nur die Latte rettet die Wiedikerinnen vor dem Tor der Saison.
Haben wir den Verlust der vier Supergirls gespürt? Ja, definitiv deutlich. Es wäre zum Schützenfest geworden. Und doch haben die 13 anwesenden Supergirls heute gezeigt, dass mit ihnen dieses Jahr zu rechnen ist. Die Thalwilerinnen haben das Spiel über weite Strecken dominiert und kontrolliert. Vor allem die Defensivleistung ist massiv hervorzuheben – und zwar nicht nur von den sensationell spielenden Verteidigerinnen. Auch die Spielerinnen im Mittelfeld zeigen eine starke Leistung, wenn es darum geht, das eigene Tor zu verteidigen. Noch fehlt es diesem jungen Team an Erfahrung, noch spürt man deutlich die Unsicherheit und den Respekt vor dem Meisterschaftsspiel und den Gegnerinnen. Aber noch ist nicht aller Tage Abend. Und stolz über das Gezeigte sind Michi und Angelo allemal, denn gekämpft haben sie alle. Es wird sich in den nächsten Wochen auch aus diesem Team eine Einheit bilden, welche das Spielfeld rocken wird! Ich freue mich schon auf unser erstes Heimspiel in zwei Wochen – um erneut mit Euch, liebe Supergirls, um Ruhm und Ehre auf dem Schweikrüti zu spielen!
Meisterschaft – Juniorinnen D/9 (Spielzeit 3/3) / Stärkeklasse 2 – Frühjahrsrunde / Gruppe 1: FC Wiedikon ZH – FC Thalwil: 0:4 (0:2, 0:1, 0:1)
FC Thalwil: Jennifer, Annemie, Lea, Hannah, Ella, Lexie, Luise, Chloe, Sophie, Vivien, Alessia, Sofia, Noémi Bemerkungen: erster Einsatz für Noémi im Trikot der Thalwilerinnen
FC Wiedikon: Hanna, Ella, Timea, Hannah, Isabella, Leonie, Martha, Anabel, Elena, Emma, Lotta, Elina, Liviana, Juliette





