Männerriege Samstagern: Vereinsreise 2025
Markus Gassner
Männerriege Samstagern: Vereinsreise 2025
Tierische Erlebnisse im Fürstentum Liechtenstein
Ende September ging die Männerriege Samstagern auf ihre Reise, dieses Jahr sogar über die Landesgrenze hinaus. Liechtenstein ist zwar nicht so weit weg und irgendwie vertraut, andererseits aber doch auch fremd. Jetzt konnten die Männerriegler mal auf Tuchfühlung gehen, Land und Leute näher kennen lernen und sich nebenbei tierisch weiterbilden. Kulinarische Abwechslung, Partystimmung und der Tanzbär rundeten die Reise ab.
Am Samstag 20. September frühmorgens trafen sich rund 25 Männer auf dem Steiner-Parkplatz. Die Gruppe ist altersmässig gut durchmischt, die einen könnten die Väter oder gar Grossväter der anderen sein. Die Stimmung war sehr gut und der Wetterbericht auch. Bald verteilten sich die Turner auf zwei Kleinbusse. Die Gassner-Brüder chauffierten reibungslos das Rheintal hinab bis nach Vaduz. Zwei wohlbekannte Kameraden hatten wie immer eine kleine Stärkung in flüssiger Form dabei und die Stimmung stieg und stieg. Beim Rheinstadion ausserhalb Vaduz wurden die Busse parkiert und der kurze Fussmarsch ins Städtli tat allen gut.
Im Zentrum angekommen, suchten zwei Kollegen bereits wieder Weisswein-Nachschub. Da der Kühlschrank des Kiosks etwas klein war, musste die Gruppe ziemlich mager durch. Bald bestiegen alle den Citytrain. Das Touristenzügli fuhr gemütlich durchs Städtli. Die Lautsprecherdurchsage mit den interessanten Erklärungen war entweder zu leise oder Motor und Geplapper zu laut. Der Stimmung tat dies keinen Abbruch. Als die Runde zu Ende war, lag gleich gegenüber das alte Kino Vaduz, das nächste Ziel. Die Männer liessen sich in bequemen Kinosesseln nieder und wurden auf den virtuellen Schlossrundgang geschickt. Da der Fürst effektiv noch auf dem Schloss wohnt, kann dieses leider nicht besichtigt werden. Der Film war aber sehr informativ und es wurde viel gelernt. Oder hätte vorher jemand gewusst, dass beim Fürsten die Gabel andersrum gedeckt wird? Zwischendurch hörte man einen tiefen Seufzer im Saal, oder war das etwa ein Schnarcher?
Nach kurzer Znünipause in einer überforderten Bäckerei ging die Fahrt auch schon weiter, hinauf Richtung Triesenberg. Auf dem Bauernhof von Marc Schädler wurden alle herzlich begrüsst und einander vorgestellt. Das heisst, die Lamas und Alpakas wurden vorgestellt. Jedes Tier hat seine Vorlieben und Macken und es ging darum, den passenden Führer für das jeweilige Lama oder Alpaka zu finden. Auf der anschliessenden Wanderung lernten sich dann alle näher kennen und lieben. Fast schon meditativ wanderten sie durch den Wald. Nun ist manchem klar, dass eine solche Tier-Therapie nicht nur Hokuspokus ist. Nach der doch etwas anstrengenden Wanderung stoppte der Treck mitten im Wald. Grill und Getränke waren bereits aufgebaut und die Männerriege wurde vom Bauernhofteam hervorragend bewirtet. Der Zmittag-Grillplausch im Wald war ein tolles Erlebnis. Nach kurzem Rückmarsch verabschiedeten sich die jeweiligen Führer fast schon wehmütig von ihrem Tier und weiter ging’s Richtung Malbun.
Kaum im Dorf parkiert, sassen auch schon zwei auf der Terrasse des Vögeli-Hotels. Nach kurzer Beratung teilte sich die Gruppe in eine Terrassen- und eine Aktivitäts-Abteilung. Johann Beck wartete bereits und führte die aktiveren zum Bogenschiess-Gelände. Die professionelle Ausrüstung und die Einführung von Profi Johann liessen fast alle verstummen. Jetzt durften sie selber ausprobieren und versuchten den Pfeil ins Zentrum zu schiessen. Die etwas ambitionierteren gingen auf einen Jagdparcours. Über Stock und Stein den Berg hoch gings von Ziel zu Ziel. Täuschend echte Rehe, Hasen usw. wollten getroffen werden. Das Bogenschiessen stellte sich als nicht so einfach heraus wie man vielleicht gedacht hatte. Einige bekamen blaue Flecken und sogar offene Wunden am Unterarm vom Pfeilbogen. Der Ausklang des ereignisreichen Tages wurde dann gemeinsam auf der schönen Terrasse des Vögeli-Hotels begossen. Aber auch hier war das Personal wieder am Anschlag. Wen wundert’s, wenn gegen dreissig durstige Männerkehlen gleichzeitig bedient sein wollen.
Auf der Terrasse wären sie noch länger geblieben aber die Sonne stand schon tief. Der Reiseleiter hatte für alle eingecheckt und verteilte die Zimmerschlüssel. Gleich gegenüber im Hotel Galina konnten die gemütlichen Zweierzimmer bezogen werden. Nach der nötigen Körperpflege trafen sich alle wieder im Vögeli-Hotel zum Abendessen. Im Säli war schön gedeckt und der Service war diesmal sehr speditiv. Das vorbestellte Menu mit Blumenkohlsuppe, Cordon-Bleu und Dessert schmeckte ausgezeichnet und war reichhaltig. Der Weinkeller gab etwas her und der eine oder andere Grappa oder Cognac vollendeten den Abend. Doch war für die meisten noch nicht Schlafenszeit und sie wollten noch in eine Bar. Vom Servicepersonal war zu vernehmen, dass man es höchsten noch in der Gitzihöll versuchen könne, diese schliesse aber um 23 Uhr. Nun kam Schwung in die Bude, war es doch schon beinahe halb elf aber einen Absacker wollten sie sich nicht nehmen lassen.
So eilten noch fast zwanzig Männer das Dorf hinauf zur Gitzihöll. Früher war das die Party-Adresse in Malbun wussten ein paar ältere Kollegen zu berichten. Doch heute sei das nur noch eine Pizzeria. Trotzdem wollten sie es versuchen. Als die ersten dort ankamen, meinte die Serviceangestellte, dass sie um elf schliessen würden. Eine Runde könne aber noch bestellt werden. Kurz vor elf war die Gitzihöll voll von weissen Männerriegen-Hemden und in der Eile bestellten viele gleich einen Doppelten. Die Uhr tickte doch die nächste Runde konnte noch bestellt werden. Irgendwann stellte sich heraus, dass der Chef auch nicht Feierabend machen wollte und die Party ging ihren Lauf. Flexibles Personal und ein geschäftstüchtiger Chef, der auch noch kostenlose Pizzas auftischte waren genau nach dem Geschmack der Männerriege. Ein weiterer Gin Tonic, ein Tänzchen mit der Serviertochter und irgendjemand meinte, dass er erst nach Hause ginge, wenn der älteste also der 90ig jährige gegangen sei. Doch irgendwann kam dann der mühsame Heimweg und schliesslich hatten alle ihr Bett gefunden. Bald begann ein neuer Tag.
Am Sonntag 21. September um halb acht war das Frühstückbuffet im Hotel Galina bereit und um neun war nächster Programmpunkt. Ein paar frühstückten ausgiebig, mancher hatte einfach unglaublichen Durst aber für einen reichte es nicht einmal für einen Kaffee. Als die Gruppe bereits abmarschiert war kam dieser direkt aus dem Bett und war völlig zerstört. Auf der Sesselbahn tat die frische Bergluft aber gut und bald waren alle oben auf der Bergstation Sareis. Dort warteten der Falkner und Chef vom Hotel Galina mit seinem Adler.
Wieder verstummten alle, ein mächtiges Tier und eine interessante Persönlichkeit dieser Falkner. Es folgte eine Wanderung talwärts nach Malbun. Unterwegs beeindruckte der Adler mit seinen Flugkünsten und der Falkner erklärte zum Beispiel wieso der Adler immer wieder freiwillig zu ihm zurückkommt. Ausserdem hätte vorher niemand gewusst, dass ein Adler bei Windstille gar nicht fliegen kann. Ohne Thermik und Wind, oder bei Regen muss er in seinem Horst abwarten. Auch wissen die Turner nun was es bedeutet, wenn ein Murmeltier einmal oder zweimal pfeift. Und sie haben erfahren, dass es in den Liechtensteiner Bergen zwar schön, aber die Aussicht beschissen ist (man sieht meistens nur die Schweiz). Obwohl lange gelaufen, war diese Adler-Wanderung eigentlich doch zu kurz. Der Falkner hätte noch Stunden weitererzählen können.
Unten angekommen folgte der letzte Programmpunkt des Sonntags, das Mittagessen. Das Hotel Turna hat auch eine sehr schöne Sonnenterrasse. Ein kleines Nickerchen an der Sonne, einen Apéro oder zwei, was wollte das Männerriegen-Herz mehr. Ja vielleicht eine etwas schnellere Bedienung. Das Mittagessen liess ziemlich auf sich warten. Ein paar Kollegen hatten grossen Hunger und wurden zur Diva. Dabei war gar kein Zeitdruck. Doch Salat, Hackbraten mit Kartoffelstock und Gemüse schmeckte sehr gut, und auch das Vanilleglace mit Beeren war ausgezeichnet.
Die Heimfahrt verlief sehr ruhig (schnarch) und fast problemlos (kotz). Pünktlich um 17 Uhr waren alle zurück in Samstagern. Liechtenstein und besonders Malbun kann man nur empfehlen.
Ich habe gehört, es hat allen sehr gut gefallen und man freue sich schon auf nächstes Jahr.
[See image gallery at www.turnverein-samstagern.ch]
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