Getränkekarton-Recycling in der Schweiz: Auf dem richtigen Weg …
Getränkekarton-Recycling in der Schweiz: Auf dem richtigen Weg – aber noch nicht am Ziel
Wie steht es eigentlich um das Getränkekarton-Recycling in der Schweiz? Um diese Frage fundiert zu beantworten, hat der Verein Getränkekarton-Recycling Schweiz zum zweiten Mal eine Marktforschung in Auftrag gegeben. Durchgeführt wurde sie im Dezember 2025 von NIQ eBus Switzerland (siehe Box). Die Ergebnisse zeigen ein klares Bild: Die Entwicklungen gehen in die richtige Richtung – aber es ist noch ein weiter Weg.

Wissen ist da – aber noch nicht bei allen
Heute weiss rund die Hälfte der Schweizer Bevölkerung, dass Getränkekartons recycelbar sind. Dieses Wissen hat im Vergleich zum Vorjahr leicht zugenommen. Das ist wichtig, denn erst wer Bescheid weiss, kann auch entsprechend handeln.
Und doch wird auch klar: Wenn in den kommenden Jahren eine Recyclingquote von 70 Prozent erreicht werden soll, braucht es noch mehr Sensibilisierung.

Das Image entwickelt sich positiv
Gemäss unserer Ökobilanz gilt der Getränkekarton als eine der ökologischsten Verpackungen – und wenn er recycelt wird, ist er sogar Spitzenreiter auf dem Markt. Dies widerspiegelt sich auch in der Wahrnehmung der Bevölkerung: Getränkekartons werden heute insgesamt positiver beurteilt als noch vor einem Jahr. Sie gelten vermehrt als sinnvolle und nachhaltige Lösung, und auch ihr Umweltnutzen wird von den Konsument:innen stärker wahrgenommen.
Im Vergleich zu anderen Verpackungen wie zum Beispiel PET schneidet das Image des Getränkekartons gut ab – einzig Glasflaschen werden von den Konsument:innen als noch umweltfreundlicher wahrgenommen. Dabei zeigt ein Blick auf die Ökobilanz: Getränkekartons schneiden besser ab als Glasflaschen, insbesondere aufgrund ihres geringeren Gewichts und der damit verbundenen tieferen Transportemissionen.

Warum sich die positive Entwicklung noch nicht im Verhalten zeigt
Das letzte Jahr war geprägt von Veränderungen: 2025 hat unser Verein das Pilotprojekt der Separatsammlung eingestellt, da mit RecyPac ein neues nationales Sammelsystem im Aufbau ist. Damit einher ging die Einführung kostenpflichtiger Recycling-Bags, in denen neben Haushaltsplastik auch Getränkekartons gesammelt werden. Solche Umstellungen brauchen Zeit – neue alltägliche Routinen müssen zuerst gelernt werden und sich etablieren.
Dies zeigt sich auch in der Befragung. Gut ein Drittel gibt an, Getränkekartons fürs Recycling zu Sammeln.

Viele Menschen fragen sich, wie das neue System funktioniert oder wo Getränkekartons korrekt abgegeben werden können. (Hier geht’s zu unserer Sammelmap mit allen Sammeln- und Verkaufsstellen.) Gleichzeitig zeigt sich in der Marktforschung, dass viele, die bereits recyceln weiterhin vertraute Wege nutzen –die Abgabe bei Werk- oder Ökihöfen wird von knapp der Hälfte der Getränkekarton-Sammler:innen genutzt. Neue Angebote, wie Rückgabestellen im Detailhandel, von 21% – sie werden erst nach und nach in den Alltag integriert.
Fazit: Der nächste Schritt ist entscheidend
Die Ergebnisse der Studie machen deutlich: Die Schweiz ist auf dem richtigen Weg.
Das Wissen nimmt zu und das Image des Getränkekartons verbessert sich. Jedoch müssen wir alles dafür tun, dass auch im Alltag effektiv Getränkekartons gesammelt und dem Recycling zugeführt werden. Denn erst wenn das Sammeln von Getränkekartons im Recycling-Bag im Haushalt und ihre Rückgabe an einer der vielen Sammelstellen Gewohnheit wird, kann auch die Recyclingquote weiter steigen.
Und Sie – sammeln Sie schon Getränkekartons fürs Recycling?
Am Ende beginnt Veränderung im Alltag oft ganz einfach – beim nächsten Getränkekarton. Sammeln Sie ihn im Recycling-Bag, statt ihn wegzuwerfen. Damit leisten Sie nicht nur einen Beitrag für die Umwelt, sondern helfen auch mit, dass sich die positive Entwicklung in unserer nächsten Marktforschung widerspiegelt. Vielen Dank!


Über die Autorin
Lara Gruhn
Projektleiterin Kommunikation
Lara Gruhn hat aus der Wissenschaft ihren Weg zum Verein GKR gefunden. Schon während ihrer Doktorarbeit interessierte sie sich für das ethische Konsumverhalten in der Schweiz. Sie ist davon überzeugt: «Kreislaufwirtschaft ist ein wichtiger Schritt in eine nachhaltige Zukunft, Wirtschaftssysteme müssen zirkulär gedacht werden», deswegen setzt sie sich als Projektleiterin Kommunikation fürs Recycling ein.






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