Platinküste statt Pfnüselküste: Teuerstes Pflaster am Zürichse …
Die linke Seeseite des Zürichsees verzeichnet aktuell die höchsten Wohnkosten. Einst als Pfnüselküste verspottet, übertrifft sie nun die Goldküste an Attraktivität und Preisniveau – und tritt unter dem neuen Namen Platinküste auf. Die rasant gestiegenen Quadratmeterpreise sorgen für Diskussionen über soziale Folgen und politische Gegenmaßnahmen.
Platinküste übertrifft Goldküste
Aktuelle Marktdaten zeigen, dass beim Kauf zwischen Kilchberg ZH und Horgen ZH bis zu 35 000 Franken pro Quadratmeter anfallen. Damit liegt die linke Uferseite erstmals über den 30 000 Franken in Küsnacht ZH, wo die Goldküste liegt. In der Branche hat sich deshalb der Begriff Platinküste etabliert, um das neue Preisniveau widerzuspiegeln.
Internationaler Käufermarkt dominiert
Luxusmakler Niki Thomet berichtet, dass 2025 vier von fünf verkauften Liegenschaften an Expats oder internationale Privatpersonen mit mehreren Wohnsitzen gingen. Schweizer Käufer sind in diesem Segment zur Minderheit geworden. Nur in Oberrieden ZH finden sich laut Thomet vereinzelt noch Einheimische unter den Käufern.
Wertegewinn vs. soziale Belastung
Auf dem Papier profitieren langjährige Eigentümer: Eine 100-Quadratmeter-Wohnung, die 2005 rund eine Million Franken kostete, hat heute einen Wert von etwa 2,5 Millionen Franken. Für Mieter oder Budgetbeschränkte ist Wohnraum dagegen praktisch unerschwinglich geworden. „Viele müssen sich umorientieren oder gar wegziehen“, sagt UBS-Immobilienexperte Claudio Saputelli.
Politischer Handlungsbedarf
Saputelli hält es ökonomisch nicht für sinnvoll, die Preisentwicklung zu bremsen, sieht aber in politischen Massnahmen Potenzial. Diskutiert werden etwa kommunale Strategien zur Wohnraumförderung oder die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum durch gemeinnützige Projekte, um die soziale Balance in den Gemeinden zu stärken.
Quelle: Zum Original-Inhalt






