Zwei Drittel der Hochschulabsolventinnen und -absolventen wechseln …
Eine aktuelle Erhebung des Bundes zeigt, dass zwei Drittel der Hochschulabsolventinnen und -absolventen in der Schweiz innert fünf Jahren nach ihrem Abschluss die Arbeitsstelle wechseln. Diese Zahl verdeutlicht eine hohe Mobilität auf dem Arbeitsmarkt und wirft Fragen über langfristige Bindung sowie über die Attraktivität von Erstanstellungen nach dem Studium auf.
Der Stellenwechsel in den ersten Berufsjahren ist ein verbreitetes Phänomen, das sich durch alle Branchen zieht. Besonders häufig wechseln Berufseinsteigerinnen und -einsteiger, die in wirtschaftsnahen Sektoren oder in technologieorientierten Unternehmen tätig sind. Gründe für diese Mobilität sind vielfältig: bessere Karrierechancen, höheres Lohnpotenzial, veränderte Lebensumstände oder der Wunsch nach einer sinnstiftenderen Tätigkeit.
Die Zahlen beruhen auf einer Auswertung, welche durch das Bundesamt für Statistik (BFS) in Zusammenarbeit mit dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) durchgeführt wurde. Die erhobenen Daten stammen aus verschiedenen Hochschularten, darunter Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogische Hochschulen. Die Untersuchung zeigt dabei, dass der Stellenwechsel nicht als negatives Signal gedeutet werden muss – vielmehr ist er Ausdruck einer aktiven Gestaltung der eigenen Karriere sowie einer gesunden Dynamik im Arbeitsmarkt.
Der Bundesrat sieht in den Ergebnissen auch Hinweise darauf, wie sich der Arbeitsmarkt wandelt. Die Anforderungen an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verändern sich laufend – und mit ihnen die Erwartungen an die Arbeitgeber. So wachsen auch die Ansprüche an Weiterbildungsmöglichkeiten, Flexibilität und Entwicklungsperspektiven am Arbeitsplatz.
Für Unternehmen bedeuten diese Entwicklungen eine neue Herausforderung in der Mitarbeiterbindung und -entwicklung. Sie müssen sich vermehrt mit Fragen der Mitarbeiterzufriedenheit, Motivation und Unternehmenskultur auseinandersetzen. Gleichzeitig bietet die erhöhte Wechselbereitschaft gut ausgebildeter Personen auch Chancen: Unternehmen können von einem grösseren Talentpool profitieren, wenn sie attraktive Rahmenbedingungen schaffen.
Die schweizerische Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik sei gefordert, diesen Trend durch gezielte Massnahmen mitzugestalten, etwa durch Informationsangebote zu Karrieremöglichkeiten oder durch Förderprogramme für Berufseinsteigerinnen und -einsteiger. Das Ziel müsse es sein, junge Akademikerinnen und Akademiker bestmöglich auf den sich wandelnden Arbeitsmarkt vorzubereiten – und gleichzeitig einen Beitrag dazu zu leisten, dass sowohl Arbeitskräfte als auch Unternehmen von einer hohen Mobilität profitieren können.
Insgesamt zeigt die Untersuchung deutlich: Die ersten Jahre nach dem Hochschulabschluss sind eine besonders dynamische Phase im Erwerbsleben. Die Schweiz steht dabei gut da – mit einem flexiblen Arbeitsmarkt, einer starken Bildungslandschaft und zahlreichen Möglichkeiten zur beruflichen Entwicklung. Doch sie ist zugleich gefordert, sich laufend auf neue Realitäten einzustellen.
Quelle: https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/katalog.assetdetail.36038950.html






