Bundesrat verabschiedet Bericht zur Analyse der Lohnunterschiede z …
Der Bundesrat hat einen Bericht zur geschlechterspezifischen Lohnungleichheit in der Schweiz verabschiedet, der neue Erkenntnisse zu Einkommensunterschieden zwischen Frauen und Männern liefert. Im Mittelpunkt der Analyse steht insbesondere, wie sich Zivilstand und Elternschaft auf die Löhne von Frauen und Männern auswirken. Ziel ist es, ein differenzierteres Verständnis der zugrunde liegenden Faktoren dieser Ungleichheiten zu schaffen.
Die Ergebnisse zeigen, dass der sogenannte Gender Pay Gap in der Schweiz nicht allein durch individuelle oder berufliche Merkmale erklärt werden kann. Insbesondere wird deutlich, dass Mutterschaft einen signifikanten Einfluss auf das Erwerbseinkommen von Frauen hat, während der Vaterschaft hingegen kaum Lohneinbussen zufolge hat. Frauen, die Kinder haben, verdienen demnach deutlich weniger als Männer mit Kindern – selbst dann, wenn ähnliche Qualifikationen und Berufe vorliegen. Auch der Zivilstand wirkt sich auf die Löhne aus: Verheiratete Frauen verdienen im Durchschnitt weniger als unverheiratete, während bei Männern kaum Unterschiede festzustellen sind.
Der Bericht, erarbeitet unter der Federführung des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Statistik (BFS), bestätigt damit die geschlechtsspezifisch ungleiche Verteilung unbezahlter Haus- und Familienarbeit als einen der zentralen Gründe für Einkommensunterschiede. Trotz vergleichbarer Ausbildung übernehmen Frauen häufiger Teilzeitstellen und arbeiten in weniger gut bezahlten Branchen – oftmals, um Betreuungspflichten wahrzunehmen.
Die Analyse macht deutlich, dass Massnahmen zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, wie etwa bezahlbare Kinderbetreuung oder flexiblere Arbeitsmodelle, entscheidend sein könnten, um die Lohnlücke nachhaltig zu reduzieren. Auch der kulturelle Wandel hin zu einer partnerschaftlicheren Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit spielt gemäss dem Bericht eine zentrale Rolle.
Der Bundesrat sieht in den vorliegenden Erkenntnissen eine wichtige Grundlage für künftige politische Entscheidungen zur Gleichstellung und will die gewonnenen Daten gezielt nutzen, um bestehende Massnahmen weiterzuentwickeln und neue Impulse zu setzen. Die Bekämpfung geschlechtsspezifischer Lohndiskriminierung bleibt ein zentrales Anliegen der Schweizer Gleichstellungspolitik. Der Bericht soll zudem zur Sensibilisierung von Arbeitgebern, Verbänden und der breiten Öffentlichkeit beitragen.
Quelle: https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/katalog.assetdetail.36146389.html






