Rückgang der Bauinvestitionen im Jahr 2024
Die staatlichen Bauinvestitionen in der Schweiz werden 2024 zurückgehen. Dies hat der Bundesrat mitgeteilt. Gemäss den vorgelegten Zahlen ist zu erwarten, dass das Investitionsvolumen in Hoch- und Tiefbauprojekten des Bundes im kommenden Jahr sinkt. Die Entscheidung basiert auf einer Vielzahl von Faktoren, unter anderem der haushaltspolitischen Lage und der Priorisierung anderer Ausgabenbereiche.
Im Hochbau sollen insbesondere Sanierungen und geplante Neubauten zurückgestellt oder auf spätere Jahre verschoben werden. Das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL), das für den grössten Teil der baulichen Umsetzungen im Bereich der Bundesgebäude zuständig ist, werde seine Projektplanung entsprechend anpassen. Im Tiefbau sind vor allem gewisse Infrastrukturmassnahmen des Bundesamts für Strassen (ASTRA) sowie des Bundesamts für Verkehr (BAV) betroffen.
Auch energie- und umweltrelevante Bauprojekte werden differenziert betrachtet. Während Massnahmen zur Effizienzsteigerung und energetischen Sanierung weiterhin gefördert bleiben sollen, werden gewisse Neubauten unter dem Vorbehalt zusätzlicher Prüfung stehen. Das Bundesamt für Energie (BFE) und das Bundesamt für Umwelt (BAFU) arbeiten derzeit an neuen Empfehlungen für eine nachhaltigere Ausrichtung zukünftiger Investitionen.
Neben wirtschaftlichen Überlegungen spielt auch die allgemeine Haushaltsdisziplin eine Rolle. Die Eidgenössische Finanzverwaltung (EFV) betont, dass der Bundeshaushalt trotz stabiler Steuereinnahmen unter Druck steht, nicht zuletzt aufgrund von Aufwänden in anderen politischen Bereichen wie Digitalisierung, Gesundheitswesen oder Migration.
Die Auswirkungen des Investitionsrückgangs könnten auch die Bauwirtschaft treffen. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) beobachtet die Situation aufmerksam, geht aber derzeit nicht von einem massiven Einbruch im Baugewerbe aus. Vielmehr erwartet man eine gewisse Entlastung des überhitzten Baumarkts und einen Anreiz für Innovationen sowie Effizienzsteigerungen bei laufenden Projekten.
Die Regierung betont in ihrer Mitteilung, dass es sich um temporäre und gezielte Massnahmen handelt. Langfristige Infrastrukturvorhaben wie der Ausbau des Schienennetzes oder strategisch wichtige Modernisierungen staatlicher Gebäude seien nicht gefährdet, sondern würden lediglich in ihrer zeitlichen Umsetzung angepasst.
Die Landesregierung will 2024 zudem neue Kriterien zur Evaluierung von Bauvorhaben im öffentlichen Sektor einführen, in denen neben Kosten und Nutzen auch Nachhaltigkeit, Klimaverträglichkeit und digitale Standards stärker berücksichtigt werden sollen. Das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) und das Bundesamt für Energie sollen hierzu ein Konzept vorlegen.
Damit verfolgt der Bundesrat das Ziel, öffentliche Investitionen stärker zu fokussieren und gleichzeitig die Effizienz bei der Mittelverwendung zu erhöhen. Die Anpassungen seien notwendig, um den wachsenden Herausforderungen auf nationaler und globaler Ebene wirksam begegnen zu können.
Quelle: https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/katalog.assetdetail.35964938.html







