Zucker runter, Salz bleibt: Die Lebensmittelbranche unter Druck
Wir essen in der Schweiz zu viel Zucker und Salz – mit gravierenden Folgen für die Gesundheit. Während bei Zucker inzwischen Fortschritte sichtbar sind, bleibt die Reduktion von Salz in Lebensmitteln ein zähes Thema.
Zuckerreduktion funktioniert
Seit über zehn Jahren haben Bund und Lebensmittelindustrie eine Vereinbarung zur schrittweisen Senkung des Zuckergehalts. Über 20 grosse Anbieter – darunter Migros, Coop, Nestlé, Coca-Cola, Lidl, Aldi und Emmi – machen mit.
In Müesli, Joghurts, Quark oder Milchgetränken wurde der Zuckergehalt bereits deutlich reduziert, oft um bis zu 40 Prozent, ohne dass die Konsumenten dies bewusst bemerkten. Das zeigt: Eine stille Anpassung funktioniert – und bringt die Produkte näher an die Empfehlung der WHO heran, die maximal 50 Gramm Zucker pro Tag vorsieht.
Salzreduktion blockiert
Anders sieht es beim Salz aus. Die Schweizerinnen und Schweizer konsumieren im Schnitt 9 Gramm pro Tag, fast doppelt so viel wie die von der WHO empfohlenen 5 Gramm. Zu viel Salz erhöht das Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall.
Der Bund wollte mit der Lebensmittelbranche auch hier eine freiwillige Reduktion vereinbaren – doch die meisten Unternehmen sperren sich. Nur Aldi hat einen Vertrag unterschrieben. Migros, Coop und Lidl betonen zwar, Salz ebenfalls zu reduzieren, gehen dabei aber ihre eigenen Wege.
Woran liegt es?
Experten sagen: Beim Zucker war der öffentliche Druck hoch – niemand wollte in den Schlagzeilen stehen mit überzuckerten Joghurts. Beim Salz ist der Druck geringer, die gesundheitlichen Risiken sind weniger präsent in der öffentlichen Diskussion.
Fazit
Die Schweiz ist beim Zucker auf Kurs. Doch beim Salz besteht weiterhin Handlungsbedarf – und solange die Lebensmittelbranche keine einheitliche Linie verfolgt, bleibt das Risiko für die Gesundheit hoch.
Quelle: SRF Espresso, Konsumentenmagazin (September 2025)







