Derbysieg! FC Thalwil überzeugt mit starkem 3:0 gegen Freienbach
Drei Spiele innerhalb von acht Tagen – und was für eine Woche für unsere 1. Mannschaft. Nach dem grossen Cup-Erlebnis gegen den FC St. Gallen und der 0:2-Niederlage am Mittwochabend gegen die U21 des FC Winterthur stand am Sonntag bereits die nächste Herausforderung auf dem Programm: das Zürichsee-Derby gegen den FC Freienbach.
Die Frage vor dem Spiel war vor allem, wie die Mannschaft die körperlichen und mentalen Strapazen dieser intensiven Tage verkraftet hatte. Die Antwort gab sie auf dem Platz – und zwar eindrücklich.
Bei angenehmen Temperaturen und vor starken 450 Zuschauern auf dem Brand präsentierte sich der FC Thalwil von der ersten Minute an hellwach, aggressiv und hoch konzentriert. Trainer Gianni Lavigna schien in den wenigen Tagen seit Winterthur genau die richtigen Worte gefunden zu haben. Von der enttäuschenden Vorstellung unter der Woche war nichts mehr zu sehen.
Erste Halbzeit – Thalwil übernimmt sofort das Kommando
Bereits in der 3. Minute setzte Captain Denis Haliti das erste Ausrufezeichen. Sein Freistoss unmittelbar vor dem Strafraum drehte sich gefährlich über die Mauer und flog nur knapp über die Latte.
Vier Minuten später wurde es erneut gefährlich. Haliti fing im Mittelfeld einen Fehlpass der Gäste ab, erkannte sofort, dass Freienbachs Torhüter weit vor seinem Tor stand, und versuchte es aus grosser Distanz. Der Ball flog über den Keeper hinweg und nur hauchdünn am Tor vorbei. Es wäre ein Traumtor gewesen.
Thalwil hatte in dieser Anfangsphase das Spiel klar im Griff, setzte den Gegner früh unter Druck und gewann viele Zweikämpfe. Doch auch Freienbach meldete sich zurück. In der 10. Minute wurde ein Eckball zunächst aus dem Strafraum geklärt. Der zweite Ball landete bei einem Freienbacher, dessen Halbvolley die Latte streifte.
In der Folge wurde die Begegnung ausgeglichener. Besonders bei Standardsituationen blieben die Gäste gefährlich. Nach einem Freistoss aus rund 30 Metern war Noel Baumann in der 17. Minute aufmerksam und antizipierte hervorragend, bevor zwei Freienbacher an den Ball kommen konnten.
Dann kam die 19. Minute – und der Brand durfte erstmals jubeln. Nach einer spektakulären Hereingabe aus sehr spitzem Winkel kam Leon Gjikollaj im Strafraum zum Kopfball und liess dem gegnerischen Torhüter keine Chance.
1:0 für den FC Thalwil!
Die Führung war zu diesem Zeitpunkt verdient und gab der Mannschaft zusätzliches Selbstvertrauen.
Freienbach blieb vor allem durch Standards gefährlich. Mehrmals gewährte Thalwil den Gästen Freistösse in guten Positionen – ein Punkt, bei dem die Mannschaft etwas vorsichtiger hätte agieren können. Noel Baumann strahlte jedoch grosse Sicherheit aus. Auch in der 28. Minute war er bei einem weiteren Freistoss zur Stelle und hielt den Ball sicher fest.
Nur eine Minute später hätte Thalwil beinahe erhöht. Ein eigener Freistoss von der linken Seite flog gefährlich durch den gesamten Strafraum, ohne dass jemand den Ball berühren konnte, und verfehlte das Tor nur knapp.
In der 37. Minute versuchte Freienbach eine einstudierte Freistossvariante. Statt einer direkten Hereingabe wurde der Ball zurück an die Strafraumgrenze gespielt. Der folgende Abschluss ging nur knapp rechts am Thalwiler Tor vorbei.
Dann folgte eine starke Schlussphase der Gastgeber.
In der 38. Minute eroberte Kedy Steven Bonsu den Ball im gegnerischen Strafraum und hatte eigentlich freie Schussbahn. Statt sofort abzuschliessen, versuchte er noch einen weiteren Dribbling – die Chance war dahin.
Nur eine Minute später erkämpfte sich Haliti den nächsten Ball, zog bis an die Strafraumgrenze und schloss mit seinem linken Fuss präzise Richtung untere Ecke ab. Freienbachs Torhüter Dominic Haldemann verhinderte mit einer starken Parade das 2:0.
In der 43. Minute fehlten dann nur Zentimeter: Wieder war es Haliti, dessen Abschluss diesmal an der Querlatte landete.
Doch der Captain sollte noch vor der Pause belohnt werden.
In der Nachspielzeit bekam Thalwil nochmals einen Eckball zugesprochen. Die Hereingabe kam perfekt in den Strafraum, Denis Haliti stieg am höchsten und köpfte den Ball zum 2:0 ins Netz. Praktisch gleichzeitig mit dem Treffer beendete Schiedsrichter Jack Malluh die erste Halbzeit.
Ein perfekter Abschluss einer starken ersten Hälfte.
Zweite Halbzeit – Freienbach drückt, Thalwil hält dagegen
Nach dem Seitenwechsel begann die Partie zunächst ausgeglichener. In der 48. Minute gab es im Freienbacher Strafraum die erste diskussionswürdige Szene. Haliti kam nach einem robusten Zweikampf zu Fall, mehrere Thalwiler forderten einen Penalty. Der Schiedsrichter liess jedoch weiterspielen.
Mit zunehmender Spieldauer erhöhte Freienbach den Druck. Die Gäste standen nun häufiger in der Thalwiler Hälfte und zwangen die Defensive mehrfach dazu, konsequent zu klären.
Dabei wiederholte sich ein Muster aus der ersten Halbzeit: Thalwil gewährte dem Gegner weiterhin zu viele Freistösse in der eigenen Platzhälfte. In der 60. Minute brachte Freienbach erneut einen solchen Ball gefährlich in den Strafraum, die Situation endete mit einem Eckball.
Im direkten Gegenzug bot sich Thalwil eine hervorragende Konterchance. Nach einem Freienbacher Eckball ging es blitzschnell nach vorne. Leon Gjikollaj hatte in einer Zwei-gegen-eins-Situation viel Platz, entschied sich nach einer Finte für den Abschluss, traf den Ball aber nicht optimal. Haldemann konnte problemlos halten.
Kurz darauf musste Thalwil um Adriano Sodano bangen. Nach einem harten Zweikampf blieb der erfahrene Innenverteidiger mit grossen Schmerzen am Boden liegen. Nach der Behandlung musste Thalwil vorübergehend in Unterzahl weiterspielen.
Und genau in dieser Phase wurde es zweimal richtig brenzlig.
Zunächst kam Freienbach von der Strafraumgrenze zum Abschluss. Noel Baumann reagierte hervorragend und lenkte den Ball mit einer starken Parade zum Eckball. Beim anschliessenden Corner entstand ein Durcheinander im Strafraum. Ein Freienbacher kam aus bester Position zum Abschluss – doch der Ball flog tatsächlich am Tor vorbei.
Zweimal tief durchatmen auf dem Brand.
Sodano konnte kurz darauf wieder auf den Platz zurückkehren – und dann folgte der Moment des Nachmittags.
Bonsu sorgt für den Höhepunkt
69. Minute. Kedy Steven Bonsu.
Bonsu kam kurz hinter der Mittellinie an den Ball, sah, dass Haldemann weit vor seinem Tor stand – und fasste sich ein Herz.
Der Thalwiler Angreifer zog aus enormer Distanz ab. Der Ball flog in hohem Bogen über den zurückeilenden Torhüter hinweg und senkte sich ins Netz.
3:0! Was für ein Tor!
Ein Treffer zum Staunen – und gleichzeitig ein Tor zum perfekten Zeitpunkt. Gerade als Freienbach seine stärkste Phase hatte und dem Anschlusstreffer zweimal sehr nahe gekommen war, schlug Thalwil eiskalt zurück.
Der Widerstand der Gäste war damit weitgehend gebrochen.
Nur drei Minuten später hätte sogar das 4:0 fallen können. Nach einem Eckball von Haliti stieg der wieder genesene Adriano Sodano im Zentrum hoch, setzte seinen Kopfball jedoch knapp über die Latte.
Freienbach gab sich dennoch nicht auf und suchte weiterhin den Ehrentreffer. Noel Baumann blieb aber ein sicherer Rückhalt. Einen weiteren gefährlich in den Strafraum gezogenen Freistoss fing der Thalwiler Keeper souverän ab und wurde dabei noch gefoult.
In der 77. Minute versuchten es die Gäste nochmals mit einem Diagonalschuss von der Strafraumgrenze, der rund einen Meter am Tor vorbeiging.
Auch Thalwil blieb bis zum Schluss offensiv. In der 90. Minute probierte es der eingewechselte Emre Ekinci nochmals aus der Distanz, sein Abschluss flog nur knapp über die Querlatte.
Nach vier Minuten Nachspielzeit war Schluss.
FC Thalwil 3 – FC Freienbach 0.
Schlusswort – Die Mannschaft ist da
Das war mehr als nur ein Derbysieg.
Nach einer aussergewöhnlich intensiven Woche mit dem Cupspiel gegen den FC St. Gallen, der Auswärtspartie gegen Winterthur U21 und nun dem Zürichsee-Derby zeigte die Mannschaft von Gianni Lavigna genau die Reaktion, die man sich erhofft hatte.
Gegenüber dem Auftritt vom Mittwoch war der FC Thalwil kaum wiederzuerkennen. Die Mannschaft spielte mit Energie, Mut und Überzeugung. Sie war aggressiv in den Zweikämpfen, suchte immer wieder den Weg nach vorne und blieb auch in der schwierigen Phase des zweiten Durchgangs zusammen.
Natürlich gab es auch Punkte, an denen weiter gearbeitet werden kann. Insbesondere die zahlreichen Freistösse in gefährlichen Zonen brachten Freienbach immer wieder zurück ins Spiel. Doch wenn es darauf ankam, stand die Defensive – und dahinter war Noel Baumann ein äusserst sicherer Rückhalt.
Vorne setzte Thalwil die entscheidenden Akzente: Gjikollaj eröffnete den Torreigen, Captain Haliti krönte seine hervorragende erste Halbzeit mit dem wichtigen 2:0 und Bonsu setzte mit seinem spektakulären Distanztreffer den Höhepunkt des Nachmittags.
Dazu 450 Zuschauer auf dem Brand, drei Tore, kein Gegentreffer und drei verdiente Punkte im Zürichsee-Derby.
Nach dieser intensiven Woche darf man deshalb vor allem eines festhalten:
Die Antwort ist da. Die Mannschaft ist da. Weiter so!
FC Thalwil – FC Freienbach 3:0 (2:0)
Tore:19. Leon Gjikollaj 1:045. Denis Haliti 2:0
69. Kedy Steven Bonsu 3:0
FC Thalwil:
Baumann; Pepe, Sodano, Simic, Salihu; Morina, Memic; Gjikollaj, Haliti (C), Tolaj; Bonsu.
Eingewechselt:67. Emil Crnovrsanin für Ardi Morina67. Flynn Kopp für Male Tolaj76. Emre Ekinci für Denis Haliti76. Mohamed Akessi für Kedy Steven Bonsu
79. Luke Gonzenbach für Leon Gjikollaj
Verwarnungen FC Thalwil:
15. Edis Memic
FC Freienbach:
Haldemann; Sabino, Rohrbach, Göppel, Giansiracusa; Marcon, Stumpo (C), Catari; Teixeira, Straub; Hadziarapovic.
Eingewechselt:45. Samuel Heini für Dario Marcon45. Luis Fernando Rodrigues Benis für Alessandro Sabino45. Jérôme Stähli für Luca Straub
82. Rino Maggio für Valentino Giansiracusa
Verwarnungen FC Freienbach:28. Alessandro Sabino
52. Kenith Gerardo Catari
Zuschauer: 450
Schiedsrichter: Jack Malluh
Assistenten: Yanick Ottmann, Nicholas Gianotti
HOPP FCT! 💚🤍
Antonio Di Cerbo




