Ardi Morina: Vom FCZ-Nachwuchs zum «Full-Circle-Moment» in Thalw …
Name: Ardi Morina
Geburtsdatum: 3. März 2003
Position: Defensives Mittelfeld
Nationalität: Schweiz / Kosovo
Aktueller Verein: FC Thalwil
Trikotnummer: 8
⚽ Bisherige Vereine
- FC Red Star Zürich
- FC Zürich Nachwuchs / U21
- FC Schaffhausen
- SC Cham
- FC Baden 1897
- FC Thalwil
📊 Karriere in Zahlen
77 Spiele in der Promotion League bereits bis zu seinem Wechsel zum FC Schaffhausen
Challenge-League-Erfahrung mit dem FC Schaffhausen
10 Einsätze für die kosovarischen Nachwuchs-Nationalmannschaften über verschiedene Juniorenstufen
Aufstieg 2025/26 mit dem FC Thalwil in die 1. Liga Classic
Schweizer Cup 2026/27: Teilnahme an der Hauptrunde mit dem FC Thalwil
Seit Februar 2026 beim FC Thalwil
🇽🇰 Besondere Momente im Trikot des Kosovo
Zu den schönsten Momenten seiner bisherigen Karriere und zu den Erlebnissen, auf die Ardi besonders stolz ist, gehören seine Einsätze für die kosovarischen Nachwuchs-Nationalmannschaften. Insgesamt durfte er zehnmal für sein Heimatland Kosovo auf verschiedenen Juniorenstufen auflaufen.
Dabei traf er unter anderem auf einige der grössten Talente seines Jahrgangs. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm ein Unentschieden gegen die Niederlande mit Xavi Simons. Nur drei Tage später stand er mit Kosovo einem Team mit Benjamin Šeško, dem heutigen Stürmer von Manchester United, gegenüber.
Doch für Ardi stehen nicht nur die Namen der damaligen Gegenspieler im Vordergrund. Viel bedeutender ist für ihn das Gefühl, das Trikot des Kosovo getragen zu haben:
«Für das jüngste Land Europas und für mein Heimatland spielen zu dürfen, gehört zu den schönsten Momenten meiner bisherigen Karriere.»
Lieblingsessen:
Burger
Lieblingsmannschaft:
Manchester United
Vorbild im Fussball:
Cristiano Ronaldo
Musik, die du am liebsten hörst:
Rap
Ritual vor dem Spiel:
Keines
Trikotnummer:
8 – Infinity ♾️
Grösstes Highlight deiner bisherigen Karriere:
Profidebüt
Schönster Moment beim FC Thalwil:
Tor gegen den FC Zürich
Beste Erinnerung aus der Juniorenzeit:
Die Academy-Jahre beim FC Zürich
Hobby ausserhalb des Fussballs:
Zeit mit Familie und Freunden verbringen
Drei Worte, die dich am besten beschreiben:
Risikofreudig – kalkuliert – grenzenlos
Mit welchem Mitspieler verstehst du dich besonders gut?
Sodano («Eckball»)
Ardi, du bist erst seit Februar 2026 beim FC Thalwil und hast in wenigen Monaten bereits unglaublich viel erlebt. Wie würdest du deine bisherige Zeit beim FC Thalwil zusammenfassen?
Ich würde meine bisherige Zeit als sehr spannend zusammenfassen. Für mich war es schon eine kleine Umstellung, aus dem Profibereich in den Amateurbereich zu wechseln. Am Anfang fiel mir das nicht ganz so leicht. Mein Körper war vielleicht nicht mehr auf demselben Level, aber im Kopf hatte ich noch die gleiche Mentalität wie damals.
Ich hatte dann eine längere Zeit, in der ich mich wieder aufbauen musste. Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass ich wieder fit bin, der Mannschaft helfen und meine Leistung bringen kann.
Du bist während der Winterpause zu einer Mannschaft gekommen, die mitten im Aufstiegskampf steckte. Wie schnell hast du dich im Team eingelebt und was hat dir dabei besonders geholfen?
Ich kannte bereits ein paar Jungs, bevor ich hierherkam, und habe schnell gemerkt, dass auch der Rest der Mannschaft aus sehr coolen Jungs besteht. Deshalb fiel es mir nicht schwer, mich ins Team zu integrieren.
Und was gibt es Schöneres, als um Erfolg und einen Aufstieg zu spielen? Ich kenne auch die andere Seite des Fussballs, deshalb war es für mich sportlich eine sehr schöne Situation. Rückblickend würde ich meinen Einstieg genau gleich machen.
Du hattest zuvor unter anderem beim FC Zürich, beim FC Schaffhausen, beim SC Cham und beim FC Baden gespielt. Was hat dich damals überzeugt, den Schritt zum FC Thalwil zu machen?
Es waren sicherlich andere Gründe als bei meinen früheren Wechseln, weil ich damals andere Ziele und Absichten mit dem Fussball hatte.
Beim FC Thalwil hat mich vor allem unser Sportchef Molli überzeugt. Ich pflege ein sehr gutes Verhältnis mit ihm und schlussendlich war er derjenige, der mich davon überzeugt hat, nach Thalwil zu kommen.
Am 30. Mai wurde mit dem 3:1-Auswärtssieg gegen den SC Dornach der Aufstieg in die 1. Liga Classic perfekt. Welche Erinnerungen hast du an diesen historischen Abend?
Definitiv die Feier danach! Ich wusste irgendwie, dass wir dieses Spiel gewinnen und aufsteigen werden. Was auch gut war, weil ich zwei Tage später bereits in die Ferien geflogen bin. Ich habe also gut gepokert. 😂
Für mich persönlich war es mein erster Aufstieg überhaupt. Umso schöner war dieser Moment. Meine bisher grössten sportlichen Erfolge erlebe ich momentan mit dem FC Thalwil.
Was war aus deiner Sicht der entscheidende Faktor dafür, dass diese Mannschaft in der vergangenen Saison den Meistertitel und den Aufstieg geschafft hat?
Für mich war entscheidend, dass wir als Mannschaft funktioniert haben und gemeinsam ein Ziel verfolgt haben. Wir hatten die Qualität und den Glauben daran, dass wir es schaffen können.
Nur wenige Wochen später folgte bereits das nächste Highlight: das Freundschaftsspiel gegen den FC Zürich zur Eröffnung des neuen Brand 2. Und ausgerechnet du hast nach nur drei Minuten das 1:0 erzielt. Nimm uns noch einmal mit in diesen Moment – was ging dir durch den Kopf, als der Ball im Netz lag?
Ich wusste, dass ich treffen werde. Ich dachte einfach nicht, dass es schon nach drei Minuten passieren würde. Vor dem Spiel war ich sehr überzeugt davon.
Es war ein sehr schöner Moment für mich, fast schon ein «Full-Circle-Moment».
Du bist selbst beim FC Zürich ausgebildet worden und hast viele Jahre im Nachwuchs und in der U21 gespielt. War dieses Tor gegen deinen ehemaligen Verein deshalb noch etwas spezieller für dich?
Auf jeden Fall. Zürich ist mein ehemaliger Verein, ich wurde dort ausgebildet und habe viele Jahre dort verbracht. Deshalb war es umso schöner, auf diese Art und Weise ein Tor zu erzielen.
Dazu kam, dass mein bester Freund bei diesem Spiel für Zürich auf dem Platz stand. Das hat den Moment für mich noch spezieller gemacht.
Das Spiel gegen den FC Zürich endete zwar 4:6, doch der FC Thalwil zeigte vor rund 900 Zuschauern, dass er auch gegen einen Super-League-Club mutig auftreten kann. Was hat euch dieses Spiel für die neue Saison mitgegeben?
Vor allem die Erkenntnis, dass wir uns nicht verstecken müssen. Ich finde, dass wir eine sehr gute Mannschaft haben und in der 1. Liga oben mitspielen können.
Natürlich wird es immer wieder Spiele geben, in denen es schwieriger wird. Aber im Grossen und Ganzen glaube ich, dass wir eine Mannschaft für die oberen Tabellenplätze sind – meiner Meinung nach sogar für die Top 5.
Mit dem 4:3-Sieg beim FC Uzwil habt ihr euch für die Hauptrunde des Schweizer Cups qualifiziert. Bei der Auslosung kam dann mit dem FC St. Gallen ein echtes Traumlos. Wie hast du reagiert, als du erfahren hast, wer euer Gegner sein würde?
Ich habe mich sehr gefreut. Genau solche Spiele will man spielen. Sie machen Spass und sind etwas Besonderes.
Für mich persönlich war es zusätzlich spannend, in einem Pflichtspiel gegen eine Super-League-Mannschaft anzutreten. Irgendwo hat man immer die Frage im Hinterkopf, ob es qualitativ für dieses Niveau gereicht hätte.
Nach diesem Spiel kann ich für mich mit Zuversicht sagen, dass ich von dieser ganzen Geschichte sicherlich nicht weit entfernt war.
Am 16. August war es dann so weit: FC Thalwil gegen FC St. Gallen vor einer grossartigen Kulisse auf dem Brand. Trotz der 0:3-Niederlage konntet ihr den Super-League-Club über längere Phasen fordern. Wie hast du diesen besonderen Cup-Tag persönlich erlebt?
Es war ein sehr schöner Tag. Zuerst einmal ein grosses Dankeschön an den ganzen Verein für die Organisation und an alle Sponsoren und Personen, die dieses Spiel ermöglicht haben.
Es war ein sehr cooles Event. Meine Familie und meine Freunde waren vor Ort, dazu kamen rund 3’000 Zuschauer. Es war eine schöne Kulisse mit vielen Emotionen.
Trotz der Niederlage haben wir uns meiner Meinung nach gut geschlagen. Im Nachhinein sage ich immer noch, dass vielleicht sogar etwas mehr drin gelegen wäre. Nichtsdestotrotz war es ein sehr gelungener Tag.
Wenn man innerhalb weniger Wochen gegen den FC Zürich und den FC St. Gallen spielt: Was nimmt man als Spieler aus solchen Begegnungen gegen Profimannschaften mit?
Solche Spiele zeigen einem, wo man selbst steht. Man merkt, dass man sich auch gegen Mannschaften auf diesem Niveau nicht verstecken muss.
Wenn ich aber zwischen dem Aufstieg und den Spielen gegen Zürich und St. Gallen einen persönlichen Moment auswählen müsste, würde ich das Tor gegen den FC Zürich nehmen. Das war für mich etwas ganz Besonderes.
Nach dem Aufstieg spielt der FC Thalwil nun erstmals in der 1. Liga Classic. Wie gross ist für dich der Unterschied zur 2. Liga interregional – vor allem in Bezug auf Tempo, Intensität und taktische Anforderungen?
Ich würde sagen, dass der grösste Unterschied im technischen Bereich liegt. Bei den anderen Punkten empfinde ich den Unterschied bisher gar nicht als so gross.
Vielleicht liegt es auch daran, dass wir uns als Mannschaft über die Sommerpause nochmals verbessert haben. Im Grossen und Ganzen merke ich bisher aber keinen extremen Unterschied.
Der Start in die neue Liga ist vielversprechend verlaufen. Nach dem Auftaktsieg gegen Collina d’Oro und der Niederlage gegen Winterthur U21 habt ihr zuletzt das Zürichsee-Derby gegen den FC Freienbach überzeugend mit 3:0 gewonnen. Wie beurteilst du die ersten Wochen in der 1. Liga Classic?
Ich finde, wir sind gut angekommen und haben bereits gezeigt, dass wir auf diesem Niveau mithalten können. Wir haben genügend Qualität in der Mannschaft und müssen uns vor keinem Gegner verstecken.
Wichtig ist jetzt, konstant zu bleiben und uns als Mannschaft weiterzuentwickeln.
Du hast trotz deines jungen Alters bereits auf verschiedenen Stufen gespielt – von der FCZ-U21 über die Challenge League und Promotion League bis zum FC Thalwil. Welche Rolle möchtest du mit dieser Erfahrung innerhalb unserer Mannschaft übernehmen?
Mein Ziel muss es sein, die noch jüngeren Spieler ein wenig zu begleiten. Vor allem den Spielern, die Ambitionen haben, noch höher zu spielen, möchte ich mit meiner Erfahrung eine Hilfe sein.
Gleichzeitig möchte ich auf dem Platz meine Rolle als abgeklärter Mittelfeldspieler erfüllen. Ich möchte der Mannschaft die nötige Balance geben, vorne Tore erzielen und Assists liefern können, aber gleichzeitig defensiv für Stabilität sorgen.
Ich bin nicht der Typ, der im Team oder auf dem Platz extrem viel redet. Ich glaube aber, dass ich eine Art stiller Leader bin – jemand, der versucht, durch seine Taten voranzugehen.
Wenn wir am Ende der Saison 2026/27 noch einmal miteinander sprechen: Was müsste bis dahin passiert sein, damit du persönlich und mit dem FC Thalwil sagen kannst: «Das war eine richtig gute Saison»?
Das Ziel des Vereins sollte zunächst sein, sich nachhaltig weiterzuentwickeln. Die Mannschaft, die wir jetzt haben, muss wieder zu einer richtigen Einheit werden. Dazu gehört auch, dass wir die Neuzugänge gut integrieren.
Sportlich sollte es mit der Qualität, die wir in unserem Team haben, meiner Meinung nach das Ziel sein, mindestens in den Top 5 zu landen.
💚🤍 Schlusswort
Ardi, zum Abschluss: Gibt es etwas, das du unseren Fans, Mitgliedern, Donatoren und allen, die den FC Thalwil Woche für Woche unterstützen, mit auf den Weg geben möchtest?
Wie bereits gesagt: Vielen Dank für die ganze Unterstützung und dafür, dass solche Spiele und Events überhaupt möglich gemacht werden. Gerade die Spiele gegen St. Gallen und Zürich waren besondere Erlebnisse. Auch für den tollen Kunstrasen, den wir zur Verfügung haben, sind wir dankbar.
Ein grosses Dankeschön geht auch an unseren Trainerstaff mit Gianni, Antonio, Martin und Michi. Es wird ein sehr guter Job geleistet und man merkt, dass alle am gleichen Strick ziehen und dasselbe Ziel verfolgen: gemeinsam erfolgreich zu sein.
Vielen Dank, Ardi, für das Gespräch. Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg, Gesundheit und viele unvergessliche Momente im grün-weissen Trikot des FC Thalwil!
HOPP FCT! 💚🤍
Antonio Di Cerbo






