Feuer über dem Hönggerberg – D/9-Juniorinnen im Cup eine R …
Es war kein einfaches Spiel, doch unsere Spielerinnen hatten eine intensive Partie perfekt im Griff und siegen verdient gegen den SV Höngg a mit 0:5.
Mittwoch, 3. September 2025, Zürich Höngg. Was für eine Bilanz des Gegners unserer D/9-Juniorinnen, dem SV Höngg a. Mit 41:0 Toren aus zwei Spielen in der aktuellen Meisterschaft ist der Favorit eigentlich klar. Doch SV Höngg a spielt in der zweiten Stärkeklasse. Wie sind die beiden Resultate zu bewerten? Sind Spitzenspielerinnen erkennbar? Weder Michi noch Noah sind sich sicher, was die Resultate wirklich zu bedeuten haben und wie stark der SV Höngg wirklich ist. Es ist aber auch kein normales Spiel sondern Cup – und wie wir alle wissen: der Cup kennt seine eigenen Regeln. Es wird also spannend heute Abend auf dem Hönggerberg.
Seine elf Schützlinge, Michi und Noah treffen sich in der Garderobe. Die Luft ist zum Schneiden dick. Es herrscht Anspannung und eine eher gespenstische Ruhe. Michi nutzt die paar Sekunden, um diese Anspannung noch zu untermalen, bevor er mit der Teambesprechung beginnt. Es gibt viel zu sagen, denn worauf sie sich vorbereiten müssen, ist schwierig. Doch ein Trainer hat seinen Plan und erläutert diesen nun im Detail. Wird er aufgehen? Sind unsere Thalwilerinnen bereit für ein Cup-Drama? Angespannt bleibt die Situation selbst noch, als sich die Mädels auf den Rasen begeben. Michi begrüsst seinen Trainerkollegen Ryshit. Man kennt sich und Michi wittert die drohende Gefahr. Ryshit ist ein sehr guter Trainer, der seine Spielerinnen einstellen kann. Und er hat Ambitionen. Also ist Vorsicht durchaus die richtige Taktik.
Pünktlich um 19:30 Uhr pfeift Luici und der SV Höngg eröffnet die Partie. Der erste Spielaufbau ist gleich entscheidend für Michi, denn verschlafen die Thalwilerinnen diesen Start, könnten sie früh in Rücklage und Schieflage geraten. Doch Mia ist dermassen wach, dass der erste Angriff an ihr abprallt und das Spielgerät bei Chloe landet. Die zündet den Turbo und zieht mit Mylène in Richtung gegnerischem Strafraum. Ein erster Abschluss bringt Michi die Gewissheit: seine Supergirls sind wach, präsent, konzentriert und von Anfang an so was von bereit! „Also vorwärts“ denkt Michi und beginnt, seine Mädels anzuspornen. Diese agieren derweil auf dem Spielfeld, kesseln Höngg förmlich in ihrer Platzhälfte fest und feuern mehrfach aus guter Distanz aufs Tor. Dort steht mit Smilla aber eine Torhüterin, die schlicht ihresgleichen sucht. Flache Abschlüsse – egal in welche Ecke – bleiben an ihr hängen. Wahnsinn! Die Thalwilerinnen suchen den Erfolg. Immer und immer wieder prallen sie an die Defensive aus Höngg, welche äusserst kollegial arbeitet und nichts anbrennen lässt. Doch im Spielaufbau scheitern sie umgehend am starken Verband vom See. Es bleibt nach 20 Minuten dabei: Thalwil dominiert, Höngg wehrt ab und versucht zu kontern.
Michi ist in der ersten Pause hell begeistert von seinem Kader. Ja, das ist ein anderes Team, was sich hier präsentiert. Er hofft auf neue Impulse und bringt mit Louisa und Melissa zwei Spielerinnen, die bei eigenem Ballbesitz durchaus den Unterschied machen können. Sie tun es auch gleich, als das Spiel wieder angepfiffen wird. Während Louisa eher defensiv agiert und die Spielmacherin mit Köpfchen bringt, versucht Melissa als zweite Stürmerin aus dem Mittelfeld für Überraschung im Strafraum zu sorgen. Doch auch Chloe ist hellwach und bekommt von Louisa über Mylène das Spielgerät vor die Füsse. Was auch immer in dieser hellwachen Spielerin in diesem Moment passiert ist, werden wir kaum erfahren. Aber ihr Lupfer überfliegt die Torhüterin perfekt, so dass der Ball hinter die Linie zum 0:1 kullert. Wir schreiben die 33. Minute als erstmalig auf Thalwiler Seite gefeiert wird. „Es ist 0:1 und noch lange hin, bis das Spiel zu Ende ist“, denkt sich Michi. Doch dieses Tor tut den Gästen vom Zürichsee gut und mobilisiert weitere Kräfte. Louisa lanciert Lea im Rückraum, welche aus gut 30 Metern abzieht und nur haarscharf die Torumrandung verfehlt. Gleich darauf pariert Mylène den Auswurf der Torhüterin. Mit schnellen Schritten zieht Mylène vors Tor und spielt im letzten Augenblick zu Helene ab, welche gnüsslich in der 38. Minute den Ball zum 0:2 im Netz versenkt. Diese knappe Führung retten die Thalwilerinnen in die Halbzeit.
Klar sind Michi und Noah hoch zufrieden. Denn die Thalwilerinnen zeigen ihr ganzes Können. Doch immer wieder ermahnen sie Jenny, die wenig Arbeit im Tor hat, zur Konzentration. Es ist heiss auf dem Feld und ein 0:2 ist schnell vergangen, wenn dieser gewaltige Block der Verteidigung aus Mia, Lea und Pauline der Belastung nicht standhält. Dann der Schock: Pauline ist raus. Ihr Oberbeinmuskel meldet sich und verunmöglicht ihr ein Weiterspielen. Doch Mylène und Chloe können auch verteidigen, Mia kennt die Mitte und Lea bleibt rechts eine Mauer.
Wir starten in den dritten Abschnitt und wieder geht das Spiel nur in eine Richtung: das Tor vom SV Höngg. Seltene Konterchancen erliegen spätestens bei unserer vorletzten Reihe und so sollte eigentlich Jenny einen gemütlichen Abend verbringen, wären da nicht Michi und Noah, die sie ständig wieder zur Konzentration auffordern. Wir schreiben schon die 50. Minute als sich Liv ein Herz fasst und es Chloe bei ihrem 0:1 nachtun möchte. Liv hatte in diesem Spiel schon etliche Versuche und wusste ihr Zielvisier eingestellt. So verwandelte sie das nächste wunderschöne Briefkastentor zu unserem 0:3 und lies damit auch gleich den Funken überspringen. Jetzt wechselt bei den Supergirls die innere Anspannung auf pures Adrenalin. Der Sieg scheint greifbar und Feuer lodern über dem Spielfeld auf dem Hönggerberg. Besonders bei Liv scheint dieses Feuer massiv zu wirken, klaut sie ihrer Gegnerin nach Wiederanspiel das Spielgerät und tankt sich gleich nochmals in Richtung Strafraum, wo Helene den Ball bekommt, jedoch abdrehen und hierfür erneut Liv lancieren kann. Diese lässt nichts anbrennen und versenkt keine 60 Sekunden später den Ball im Tor. Genug der Ruhe für Chloe, die nun wieder auf ihrer Aussenbahn in Richtung Strafraum tankt und ein Zuspiel von gegenüberliegender Seite zu fassen bekommt. Naja, wohl eher nimmt sie das Spielgerät sensationell per Volley und übertrifft das wunderschöne Tor von Liv noch einmal mit ihrem Treffer zum 0:5.
Zum letzten Abschnitt verlangt Michi nicht mehr nur volle Konzentration sondern auch, dass die Mädels ihre Kräfte im Griff haben sollen. Es sind noch 20 Minuten zu spielen und dieses Resultat müssen sie über die Zeit bringen. So beginnt der letzte Abschnitt und sogleich stürmen die Gastgeberinnen in Richtung des Thalwiler Gehäuses. Es braucht die grosse Glanztat von Jenny an diesem Abend, um die 0 halten zu können. Mit bester Position und brutaler Reaktion kratzt sie den scharfen Abschluss der Hönggerin und lenkt das Spielgerät ins Aus. Doch damit ist auch der Bann der Gastgeberinnen gebrochen, die nicht mehr wirklich an den Sieg glauben wollen. Während Ryshit dennoch weiter pocht, versucht Michi, seinen Gastgeberinnen noch ein Geschenk zu machen und zieht Jenny bei Eckbällen in den gegnerischen Strafraum. Doch an Mia und Lea ist heute kein Vorbeikommen. Die vier Konter im letzten Abschnitt landen spätestens an der Mittellinie wieder bei den Gästen. So pfeift Luici das Spiel nach 80 Minuten ab und die Thalwilerinnen ins absolute Glück.
Das Spiel ist aus, das Feuer brennt noch lichterloh, als es zum Handshake geht. Natürlich sind die Hönggerinnen enttäuscht. Aber sowohl Michi als auch seine Eltern bekunden, dass dies heute absolut kein einfaches Spiel war und sich Höngg nicht zu verstecken brauche. Auch die anwesenden Eltern der Gastgeberinnen gratulierten sowohl ihnen als auch den Thalwilerinnen fleissig, was zu einem perfekten Abschluss dieses Cup-Abends auf dem Hönggerberg wurde.
War es der Abschluss? Nein, denn die angestaute Energie und Euphorie muss raus. So beginnt eine durchaus wilde Party in der Garderobe der Supergirls. Hatte Noah noch die schalldämmende Wirkung der Türen vor dem Spiel gelobt, muss er nun einsehen, dass die Thalwilerinnen einfach leise waren. Denn jetzt herrscht ausgelassene Stimmung, während sie die Songs aus der Reise nach Arnhem laufen und heftig singend die Garderobe zur Disco umfunktionieren. Michi freut es, denn diese Party haben unbesiegbare Thalwilerinnen heute Abend schlicht verdient. Es war ihr Spiel, es war ihr Moment, es war ihr Verdienst, diese Cup-Runde zu überstehen und sich nun auf die nächste Runde zu freuen. Mal schauen, wer dann auf das Bollwerk vom Zürichsee wartet. Wir sind gespannt und träumen schon von grösseren Zielen in dieser Saison. Wie weit wird unsere Reise gehen?
Regional Cup Juniorinnen D – 1/32 Final: SV Höngg a – FC Thalwil a 0:5 (0:0, 0:2, 0:5)SV Höngg a: Smilla, Annika, Ajlina, Ronja, Alexia, Danai, Ava, Tiana, Adriana, Camille, Emily, Milla, Leandra, Thea
FC Thalwil a: Jennifer, Lea, Mia, Pauline, Lexie, Louisa, Mylène, Chloe, Helene, Liv, Melissa





