Rheinau und Schaffhausen sind eine Reise wert
Im Organigramm vom Ruderclub Thalwil stehen viele Namen, über vierzig Personen, und alle setzen sich unentgeltlich in irgendeinem Ressort mit viel Herzblut ein. Diese Leistungen sind unbezahlbar und werden deshalb vom RCT sehr geschätzt. Ohne diese freiwilligen Helfer und Drahtzieher könnte ein Verein gar nicht existieren. Als Anerkennung und Dankeschön für ihre Leistungen wurden die Mitglieder der Clubleitung und des erweiterten Vorstands zu einem Ausflug eingeladen. Es sind einsatzfreudige Leute, welche sich als Miliztrainer, Kursleiter, Revisor, Clubraumvermieter, Bootsflicker, Clubbus-Verwantwortlicher, Bootshauschef, etc. etc. einsetzen. Schliesslich haben 24 Personen am Ausflug teilgenommen – die Anderen war leider verhindert.
Weil das Carunternehmen Bührer Hirzel von Schuler Feusisberg übernommen wurde, hat uns der Chauffeur Beat Steiner von E. Schuler Reisen in Thalwil beim Bahnhof pünktlich um 07.30 Uhr abgeholt. Die aufgestellte Reisegruppe wurde nach Rheinau zum Klosterplatz kutschiert. Dort wartete beim Café Fintan Patrik Forster, der in den Achtzigerjahren im RCT Profitrainer war und heute zu den treusten Clubmitgliedern gehört. Heute ist er nebenbei Trainer in Schaffhausen und hauptberuflich Betriebsleiter auf dem kantonal grössten Landwirtschaftsgut Rheinau mit über hundert Kühen und Rinder. Er hat uns diesen Kraftort, wo es früher ein Benediktinerkloster gab, gezeigt und ermöglichte uns, die barocke Klosterkirche zu besuchen. Nach dem feinen Kaffee mit Gipfeli führte uns Patrik durch die eigenen Rebberge bis zum Kraftwerk. Die Halbinsel Rheinau gehört zum Kanton Zürich und Deutschland ist gefühlt überall. Jedenfalls ist dieser Ort eine Reise wert und allen, die etwas Ruhe und Stille suchen, zu empfehlen.
Beim Kraftwerk wartete bereits unser Schiff von Schiffmändli mit Kapitän Reto (nicht Bussmann), welcher uns den rheinischen Amazonas zeigte. Nebenbei servierte er uns Weisswein, Rosé und andere Getränke zum Apéro. Très chic. Nach der knapp stündigen Fahrt entlang des bewaldeten Ufers kündigte er eine Weltpremière an, denn der Rheinfall hat momentan so wenig Wasser, d.h. weniger als 110 Kubikmeter pro Sekunde, wie noch nie in der Geschichte des Rheinfalls. Der Rekord liegt übrigens bei 1’250 m3/s im Jahr 1965. Abgesehen von diesem denkwürdigen Minusrekord ist der Rheinfall momentan eher ein Reinfall.
Unser Reisecar wartete bereits geduldig auf uns und führte uns zum Restaurant Güterhof in Schaffhausen. Im prächtigen Wirtshaus direkt am Rhein, mit hervorragendem Servicepersonal, wurden wir mit einem Viergangmenü verwöhnt. Der gemischte Salat, die Schaffhauser Weissweinsuppe, der Kalbsschulterbraten mit Kartoffelgratin und Gemüse und schliesslich das klassische Tiramisu mundete allen sehr. Auch die gewählten Weine, einen Sauvignon Blanc vom Aagne Weingut in Hallau und einen Ribeira del Duero Figuero 12, fanden Anklang.
Um 14.30 Uhr holte uns Karin Rüttimann von Schaffhauserland Tourismus beim Güterhof ab. Sie war unsere perfekte Reiseleiterin für eine Altstadtführung durch Schaffhausen. Wir begannen mit über 250 Treppenstufen bis hoch hinauf zum Munot, dem Wahrzeichen von Schaffhausen. Wir wurden mit vielen Informationen überhäuft und genossen diese mittelalterliche Stadt mit ihren 171 Erkern, dem Haus zum Ritter und dem Kloster Allerheiligen.
Als Schlusspunkt unseres Ausfluges waren entweder ein gemütlicher Spaziergang durch die schmucken Gässchen mit Dutzenden von kleinen Spezialgeschäften oder ein Besuch in einem Gartenbeizli mit kühlem Bier angesagt.
Schliesslich waren wir todmüde und genossen die ruhige Fahrt mit unserem Reisecar nach Thalwil. Dank guten Ortskenntnissen unseres Chauffeurs umfuhren wir alle Staus. Das i-Pünktchen zum interessanten Ausflug war das prächtige Herbstwetter, das wir geniessen durften. Dem Organisator Reto Bussmann wurde schliesslich von allen Seiten gratuliert und gedankt.



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