Männerriege Samstagern: Vereinsreise 2026
Markus Gassner
Männerriege Samstagern: Vereinsreise 2026
Von Bad Ragaz der Tamina entlang
Wie immer ist Ende September Reisezeit bei der Männerriege. Rekordverdächtig viele Teilnehmer erlebten eine abwechslungsreiche Reise mit Überraschungen. Das Wetter hat es auch gut gemeint und alle kehrten inspiriert, wenn auch etwas müde wieder zurück.
Am Samstagmorgen früh standen auf dem Steinerparkplatz drei Kleinbusse bereit. Wegen der grossen Teilnehmerzahl reichten zwei Busse nicht mehr. Die stündige Fahrt endete in Bad Ragaz auf dem Bahnhofparkplatz. Die Turner warteten gespannt was weiter passieren würde. Bald bimmelte es und drei Rösslikutschen fuhren vor. Die Überraschung war geglückt und bald fuhren die Kutschen mit der Reisegruppe Richtung Tamina-Schlucht davon. Ein sehr erfahrener Turner half übrigens auf dem Bock dem Kutscher.
Dass der Sommer nun doch vorbei ist wurde in der Schlucht schnell klar. Der Reiseleiter hatte ja geschrieben, dass warme Kleidung nötig ist. Aber in den kurzen Hosen und ohne Jacke war es einem Turner so kalt, dass er hinter der Kutsche her lief um warm zu bekommen. Andere legten sich die bereitliegenden Wolldecken über die Schultern. Nach einer Stunde Fahrt die steile, eindrückliche Schlucht hinauf, kam das altehrwürdige Badkurhotel in Sicht. Die Instinkte der Männer waren etwas eingefroren denn nur zwei fanden das Restaurant auf Anhieb. Bald war die Gaststube aber voll und das Serviceteam hatte alle Hände voll zu tun.
Der nächste Programmpunkt war die Führung durch den geschichtsträchtigen Badekurort. Die kompetente Führung der zwei Damen sorgte für Ruhe und Interesse unter den Männern. Es war eindrücklich zu erfahren was für eine riesige Anlage das war. Die alte Badeeinrichtung verleitete einen Turner sogar zum Probeliegen, wenn auch ohne Wasser. Leider war wegen dem trockenen Sommer der Wasserdruck der heissen Quelle zu gering und darum lief der Brunnen nicht. Ein recht langer Fussmarsch durch die immer enger werdende Schlucht führte ganz nach hinten zur Quelle. Dort tritt Körperwarmes Wasser aus dem Felsen und sofort wurde es fühlbar wärmer. Zurück beim Badehaus sassen bald alle im altehrwürdigen Speisesaal. Das Essen war hervorragend und die Serviertochter hatte die Männer im Griff. Entsprechend wurde auch Umsatz und Trinkgeld generiert.
Eine Gruppe nahm den Rückweg zu Fuss in Angriff, während die restlichen Männer mit dem Postauto zurück zum Bahnhof fuhren. Nun sollte zügig eingestiegen werden aber von den Fussgängern waren noch einige in einem Restaurant. Dem Tamina-Fluss entlang ging die heutige Reise, erst in der Schlucht bis zur Thermalquelle, anschliessend das Tal hoch bis zur grossen Mauer wo die Tamina gestaut wird. Pünktlich fuhren die Busse oben über die Gigerwald-Staumauer, denn von hier aus ist Einbahn und nur stündlich in die entsprechende Richtung offen. Trotzdem kam dann ein verirrter Tourist entgegen und es folgte ein schwieriges Kreuzungsmanöver auf der engen Strasse.
Am Ende des Stausees liegt das malerische Walserdörfchen St. Martin. Von 1300 bis 1650 war das karge Bergtal von Walsern besiedelt. Nachdem die letzten Walser das Dörfchen verliessen, wurden die Gebäude als Alp genutzt. Ein Verein kümmert sich heute um den Erhalt der alten Gebäude und das Dörfchen ist nun ein Hotel. Einzelne Häuschen oder Hütten sind die Zimmer, im grössten Gebäude ist das Restaurant untergebracht. Ein sehr idyllischer Ort mit Kapelle.
Die Zimmer- bzw. Hauszuteilung nahm etwas Zeit in Anspruch. Diejenigen die warten mussten, nutzten die Gelegenheit zur Stärkung (oder doch eher zur Schwächung?). Die Wellnessanlage lockte einige im Bademantel unten an den kleinen Teich. Holzbefeuertes Saunafass und Hotpot und der kleine Teich zum Abkühlen waren ein einmaliges Erlebnis. Bei zwei Herren führte die lange Einwirkungszeit im heissen Topf zu einer kurzzeitigen Schwäche, welche aber glücklicherweise überwunden werden konnte. Um halb acht sassen dann alle im oberen Saal am langen Tisch. Das Abendessen war ausgezeichnet, der Koch hat hervorragende Arbeit geleistet. Leider liess die Weinauswahl etwas zu wünschen übrig. Dafür gab es ausgezeichnete Verdauer und kurz nach Mitternacht hatten alle ihr Häuschen gefunden.
Der Sonntag begann für einige mit einer Morgenwanderung auf den Chilchlichopf. Der kurze aber steile Aufstieg auf den Felskopf, gleich neben dem Dörfchen, lohnte sich dank der sensationellen Aussicht. Das Frühstücksbuffet war ausgezeichnet, wieder hatte sich die Küche übertroffen. Auf der Terrasse in der Morgensonne wurden danach alte Geschichten erzählt und gelacht. Bald stand aber schon die Rückfahrt bevor. Wieder pünktlich in die andere Richtung und dann das ganze Tal hinunter bis nach Fläsch in der Bündner Herrschaft.
In Fläsch fanden alle Busse, nach einer mehr oder weniger schwierigen Parkplatzsuche das Ziel. Das Weingut von Hanspeter Kunz wurde vorgestellt. Von Herrn Kunz persönlich erfuhren die Turner viel interessantes über die Weinproduktion und die nicht immer einfachen Bedingungen für die Weinbauern. Nach der Theorie sollte auch die Praxis nicht zu kurz kommen. Es konnten einige gute Herrschäftler-Weine degustiert werden. Dazu gab es einheimischen Käse, Wurst und Brot. Zudem lud die Festwirtschaft des öffentlichen Winzerfestes ein, zusätzlich das eine oder andere zu probieren oder eine Nusstorte nach Hause zu nehmen. Der Ausklang hätte für ein paar Turner noch lange gehen können, andere hatten Heimweh. Schlussendlich fuhren die Busse etwas früher nach Hause und am frühen Abend waren alle wieder wohlbehalten zuhause.
Ach, der Bericht ist wieder sehr umfangreich geworden. Aber all die vielen schönen Erinnerungen und eindrücklichen Erlebnisse flossen halt nur so heraus. Ich glaube, den Teilnehmern geht es genauso. Die Reise für nächstes Jahr ist bereits in Planung und ich freue mich jetzt schon darauf. Danke an alle neugierigen und flexiblen Teilnehmer der Reise. Für mich war es wieder ein tolles, kameradschaftliches Erlebnis.
[See image gallery at www.turnverein-samstagern.ch]






