Lindt-Aktionäre fordern zum Sturz von Ernst Tanner auf
Bei der Lindt&Sprüngli droht die Lage ausser Kontrolle zu geraten. Der massive Käuferstreik bei Lindor-Kugeln und Lindt-Hasen zieht das Schoggi-Unternehmen weiter nach unten.
Ewigherrscher Ernst Tanners Versuch, mit einem NZZ-Interview Stärke zu zeigen, ist verpufft.
Investoren rufen im Netz zum Sturz des VR-Präsidenten auf. Unter change.org schreiben sie:
„Ernst Tanner Must Step Down as Executive Chairman“. Und weiter: „Authority Without Accountability Is Not Good Governance.“
Tanner hat die Krise nicht kommen sehen. Vor allem in Deutschland lieferte Lindt&Sprüngli (L&S) Produkte weiter an die grossen Retailer, als ob die Käufer Schlange stünden.
Jetzt sind deren Lager voll mit unverkäuflicher Lindt-Schokolade; es drohen Grossabschreiber.
Im VR und dem Topmanagement sitzen nach 33 Jahren Tanner-Herrschaft fast nur noch dessen Vertraute.
Herausragende Ausnahme ist Emmi-Chefin Ricarda Demarmels. Sie gelangte diesen Frühling ins L&S-Leitungsgremium, das Tanner ansonsten mit langjährigen Getreuen besetzt hat.
Demarmels wird ein Turnaround des schlingernden Unternehmens mit Sitz in Kilchberg ZH am linken Zürichseeurfer zugetraut.
Als neue CEO könnte sie den wohl unausweichlichen Abschreiber ohne Gesichtsverlust vornehmen und neu anfang.
Dazu müsste Tanner vom VR-Thron steigen. Sein jetziger Interims-CEO und Vize im VR, Dieter Weisskopf, könnte vorerst als Präsident Ruhe ins Geschehen bringen.
Interne steht ein Köpferollen bevor. Alle, die mit Finanzen und Controlling zu tun haben, sind vom Blindflug direkt Richtung Wand beschädigt.
Sie müssen Platz machen für Kräfte von unten oder von aussen. Interne CEO-Kandidaten wie ein Ex-Nestlé-Manager gelten als wenig glaubwürdige Sanierer.
„Sie würden die kritischen Investoren nicht überzeugen“, sagt eine Quelle.
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