Ernst Tanner mobilisiert letztes Aufgebot in Schoggi-Krise
Die Ereignisse bei der Traumfirma Lindt&Sprüngli überschlagen sich. Heute früh meldet das Unternehmen von Kilchberg am linken Zürichseeufer einen Not-CEO-Wechsel.
Per sofort. Alarmstufe Rot.
Adalbert Lechner heisst der Steuermann, der über Bord geschmissen wird, es übernimmt Dieter Weisskopf.

Der war früher schon CEO, durfte dann Platz nehmen im honorigen VR der Praliné-Firma, die komplett ab dem Kurs geraten ist.
Jetzt muss Weisskopf erneut ans Ruder – letztes Aufgebot beim Schoggi-Riesen.
Das Problem ist Weisskopfs Chef. Der heisst Ernst Tanner und ist gefühlt seit immer der starke Mann von Lindt&Sprüngli.
Tanner hat das Unternehmen gross gemacht. Macht er es jetzt auch klein?
Danach sieht es aus. Die „Shortseller“-Haifische haben Blut geleckt – sie treiben die Aktie, einen einstigen sicheren Wert, in die Tiefe.
Tanner findet kein Rezept gegen die Negativspirale. Selber hat der Patron auch nur immer Aktien verkauft, in denen er schwimmt.
Er benötigte das Geld, um sein privates Leck mit René Benko zu stopfen, ebenso, um das Unternehmertum seines Sohns zu finanzieren.
Die Umsätze krachten bei der Lindt&Sprüngli; Christmas-Fete und Mitarbeiter-Skiweekend fallen ins Wasser – das hat es noch nie gegeben.
Statt mit Lindor-Kugeln und Osterhasen immer nur Rekorde zu erzielen, ist Lindt&Sprüngli ein Sanierungsfall geworden. Vermeintlich über Nacht.

Doch die Gründe liegen tiefer. Bei Tanner himself: Kann der Big Manager, das geborene Marketing- und Verkaufs-Talent, wirklich sparen?
Ist der 80-jährige noch der Richtige fürs wichtige Zürcher Unternehmen?
Die heutige Express-CEO-Auswechslung ist ein Panik-Manöver. Tanner steht auf der Brücke des Lindt-Tankers, wechselt auch im grossen Markt Deutschland und Österreich den CEO aus.
Zackige Personal-Befehle, welche das wahre Übel nicht kaschieren können: Der grosse Zampano vom Zürichsee hat die stolze Lindt&Sprüngli ins Eismeer gelotst.
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