Asylsuchende ziehen ins Durchgangszentrum ein

Das Interesse war gross. Rund 120 Kilchbergerinnen und Kilchberger drängten sich am 26. Februar in das kleine Eckzimmer im ehemaligen See-Spital Kilchberg. Begrüsst wurden sie von Mario Fehr, Sicherheitsdirektor des Kantons Zürich. Von ihm erfuhren die Anwesenden, dass nicht wie geplant 260 Menschen in den Räumlichkeiten des ehemaligen Spitals einziehen werden, sondern lediglich 160.
Man gehe davon aus, dass die Asyl- und Schutzsuchenden das Durchgangszentrum bis Ende des Jahres in Kilchberg bewohnen werden, sagte Fehr. Jedoch habe das mit der weltpolitischen Lage zu tun und im Moment wisse keiner, wie sich diese entwickeln würde, führte er weiter aus. Gemietet seien die Räumlichkeiten bis Ende Dezember.
Schritt für Schritt
Das kantonale Sozialamt informierte über den Nutzen der Unterkunft. Hervorgehoben wurde die gute Infrastruktur des See-Spitals, die nur geringe bauliche Anpassungen erforderte. «Die ersten 40 Bewohner sind Jugendliche, die zurzeit in der Zürcher Polizeikaserne leben», sagte Solange Würsten, die gemeinsam mit Maryam Lamsallak die Zentrumsleitung übernimmt. In den kommenden Wochen sollen schrittweise weitere Schutzsuchende einziehen, vor allem aus der Ukraine, Afghanistan, Syrien, der Türkei und Eritrea. In der Unterkunft finden anerkannte Flüchtlinge, vorläufig Aufgenommene, Menschen im offenen Asylverfahren sowie Schutzbedürftige ohne Aufenthaltsbewilligung vorübergehend Platz – darunter Familien, Einzelpersonen und Jugendliche.
Professionelle Betreuung
Betreut werden die Flüchtlinge unter anderem von der ORS Schweiz, eine international anerkannte Dienstleisterin für professionelle Betreuung geflüchteter Menschen von der Unterbringung bis zur Integration. Sie sorgt unter anderem dafür, dass die Regeln, die für die Gemeinschaft im ehemaligen See-Spital gelten, eingehalten werden. Insgesamt stehen im ehemaligen Spital 64 Zimmer mit vier bis acht Betten, Gemeinschafts- und Schulräume, Küchen und sanitäre Anlagen bereit. Ein eigener Bereich ist für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge vorgesehen, die teilweise vor Ort unterrichtet werden.
Vereinzelt äusserten anwesende Kilchbergerinnen und Kilchberger Bedenken. Man fürchte sich vor allem vor den minderjährigen Jugendlichen, die unter der Woche bis 22 Uhr und am Wochenende bis 24 Uhr unterwegs seien. Es gab aber durchaus auch positive Stimmen. Man ermunterte die Anwesenden, die Asylsuchenden willkommen zu heissen und mit ihnen in Kontakt zu treten. Ein Tandem-Fest für alle soll helfen, erste Hürden zu überwinden.
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