Was ist mit unseren Beamten los?
Die Woche war gezeichnet von Behörden-Entscheiden, die nicht zur Schweiz passen.
Ein Strafverfahren gegen eine Kindergärtnerin, die „Schwarzen Peter“ mit den Kleinen spielt: Was soll das?
Ein Moslem, der im Zürcher Oberland an der Endstation vor seinem Bus auf dem Gebetsteppich kniet, und die öffentliche Verkehrsfirma findet das nicht weiter schlimm: Null Mumm.
Das Lämpchen-Verbot in den Zürcher Restaurants: Ein Behörden-Unsinn der Seldwyla-Art.
Die Schweizer Funktionäre zeichneten sich im Gegensatz zu jenen umliegender Länder lange durch ihren gesunden Menschenverstand aus.
Jetzt treten sie diesen selber mit Füssen. Ist es nur die Sommerhitze? Oder hat sich Grundsätzliches verschoben?
Letzteres scheint der Fall zu sein. In Uster tobt eine Affäre. Höchste Polizisten öffentliche Gelder für sich missbraucht haben. Statt den Job zu machen, für sich selbst schauen.
Oder ganz frisch ein Vorfall in Langnau am Albis. Nacht Kanalisationsarbeiten floss vom Betonmischer Zement auf die Strasse. Ein ganzer Streckenabschnitt war verunstaltet.
Das meldete ein Anwohner den Gemeinde-Behörden. Die wimmelten ihn ab. Auf immer drängendere Fragen gabs nur Schweigen.
Irgendwann meldete sich dann ein Polizist: Es sei jetzt alles sauber aufgewischt.
Dienst für Bürger? Davon kann keine Rede sein, jedenfalls nicht in diesem Beispiel.
Dabei war die Schweiz stolz auf eine schlanke Verwaltung, mit offeme Ohr für die Bewohner, den sie als ihren Kunden betrachteten.
Der Unterschied zu Deutschland, wo einst die Preussen die Bürokratie in die Welt setzten, war für Helvetien eine Auszeichnung. Bei uns befiehlt der kleine Mann, nicht der Beamte.
Tempi passati. Die Behörden führen sich wie die neuen Machthaber auf. Am Bundesgericht führen zwei Richter eine geheime Liebesbeziehung, gleichzeitig behandeln sie mehrere Fälle zusammen.
Statt bei Bekanntwerden des Skandals rasch durchzugreifen, gabs einen Bericht – der bleibt fürs Publikum unter Verschluss.
Rechenschaftspflicht gegenüber den Menschen, die einem den wichtigen Job anvertraut haben? Iwo. Wozu auch? Wir bestimmen hier.
Es sind Einzelfälle, die sich zu einem Ganzen zusammenfügen. Die Schweiz hatte ein Gefühl für die Aufgabenverteilung: Private erwirtschaften Wohlstand, Beamte sorgen für eine funktionierende Infrastrastruktur und faire Regel-Durchsetzung.
Erfolgreiche Unternehmerin erhält nicht einmal Termin für Kennenlern-Gespräch von Zürcher Platzhirschen – falsches Domizil.
Omega „Mission to the Moon“ ist Werbe-Gag – alle wollen sie. Gold stammt von eingeschmolzenen Omega-Klassikern. „Inakzeptabel“.
Aufregung über Verschiebung von Europa-Sitz nach Katar droht zu eskalieren. Chefin Novakovic: 1 Jahr vor Rente nach Dubai, why?
Seit 18 Jahren kommt keiner am Berater vorbei, wenn’s um Basis-Infrastruktur geht. Sprecher: „Klare Richtlinien zur Anstellung“.
Bank des Versicherers verhinderte nicht, dass Gangster die Konten einer Kundin plünderten. Baloise Bank: „Zu keiner Zeit ein Datenleck“.
Dortige Wahlen sind weitgehend Betrug, sagt Marc Faber, Herausgeber des Gloom Boom Doom-Newsletters. Früher habe schlanker Staat Europäer angezogen, unter Sozialisten sei Amerika zum Schulden-Moloch geworden – daran habe auch Trump nichts geändert.
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