Preise von Wohneigentum steigen im 2. Quartal 2025 um 1,9%
Die Preise für Wohneigentum sind in der Schweiz im zweiten Quartal 2025 im Vergleich zum Vorquartal um durchschnittlich 1,9 Prozent gestiegen. Das gab der Bundesrat am Mittwoch bekannt. Damit setzt sich der stabile Aufwärtstrend auf dem Immobilienmarkt trotz angespannter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen weiter fort.
Angaben aus den Erhebungen des Bundesamts für Statistik zeigen, dass insbesondere Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser in städtischen Ballungsräumen und deren Agglomerationen weiterhin stark nachgefragt werden. Die gestiegene Nachfrage trifft auf ein begrenztes Angebot, was sich in höheren Preisen niederschlägt.
Die Entwicklung wird durch mehrere Faktoren beeinflusst: Zum einen sorgt das anhaltend tiefe Zinsniveau – trotz einer gewissen Straffung durch die Schweizerische Nationalbank – für weiterhin günstige Finanzierungsbedingungen. Zum anderen bleibt die Bautätigkeit vor allem in dicht besiedelten Regionen moderat, was das Angebot verknappt.
Das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) beobachtet diesen Trend mit Aufmerksamkeit. Laut einer Mitteilung des BWO besteht derzeit kein unmittelbarer Hinweis auf eine Immobilienblase, jedoch müsse die Entwicklung langfristig kritisch verfolgt werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Kreditvergabe, da ein zu leichter Zugang zu Hypotheken zusätzliche Risiken schaffen könnte.
Auch das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) weist darauf hin, dass die gestiegenen Immobilienpreise zunehmend eine Herausforderung für mittlere Einkommen darstellen. Der Erwerb von Wohneigentum werde für viele Haushalte schwieriger, was den Druck auf den Mietwohnungsmarkt weiter verstärke.
Im Vergleich zum Vorjahr beträgt der Preisanstieg bei Wohneigentum schweizweit rund 5,3 Prozent. Regional zeigen sich teils deutliche Unterschiede. In der Genferseeregion und im Grossraum Zürich wird ein überdurchschnittliches Preiswachstum verzeichnet, während ländlichere Gebiete im Mittelland stabilere Werte aufweisen.
Die Schweizer Regierung sieht in der Bereitstellung von genügend Wohnungen und im Erhalt erschwinglicher Wohnformen eine wichtige wirtschafts- und sozialpolitische Aufgabe. Die zuständigen Behörden betonen, dass sowohl Planung als auch Bauverfahren effizienter gestaltet werden müssten, um schneller auf die Wohnraumnachfrage reagieren zu können.
Ob die Preise auch in der zweiten Jahreshälfte weiter steigen werden, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, einschliesslich der weiteren Entwicklung der Zinsen, der allgemeinen wirtschaftlichen Lage sowie der Verfügbarkeit von Bauland. Expertinnen und Experten rechnen mit einer Fortsetzung des moderaten Aufwärtstrends, warnen jedoch vor einer Überhitzung in einzelnen Segmenten des Marktes.
Quelle: https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/katalog.assetdetail.36023755.html







