FC Horgen ü-50 : FC Wädenswil
Nach der vogelwilden Abwehrleistung vor einer Woche machte der Coach vor Spielbeginn besonders auf 2 Punkte aufmerksam, die es gegen den souveränen Tabellenführer und amtierenden Meister Wädenswil zu verbessern galt, um nicht schon wieder böse unter die Räder zu kommen
. Einerseits seien Eigenfehler zu vermeiden, insbesondere in der Nähe des eigenen Tores, andererseits sollte innerhalb der Mannschaft besser kommuniziert werden
, damit klar ist, wer wen zu decken versucht, anstatt dass alle wie im Kinderfussball dem Ball nachhecheln oder sich zu dritt um einen Stürmer versammeln, was unweigerlich ein paar andere Angreifer frei stehen lässt
.
Wer weiss, ob es an der abnehmenden Hörleistung der alternden Truppe lag
oder die Anweisungen unklar gewesen waren, Tatsache ist, dass Horgen nach 12 Minuten bereits mit zwei Längen ins Hintertreffen geriet. Das erste Tor hatte seinen Ursprung in einem genauen Zuspiel im Horgener Strafraum, dummerweise war es ein Einheimischer, der dem gegnerischen Stürmer den Ball vorlegte
. Beim 0:2 hallten Zurufe wie „ich gehe, nimm du ihn“ durch die nächtliche Waldegg. Ob diese Absprachen beim Kollegen akustisch nicht ankamen, unverständlich waren oder gar ignoriert wurden, wiederum, wer weiss es
? Auf jeden Fall hatten wir es geschafft, genau die vor Matchbeginn angesprochenen Fehler zu repetieren, der Coach fühlte sich wieder einmal wie Don Quijote im Kampf gegen seine Windmühlen
.
Nach diesem unbefriedigenden Start rappelten sich die Horgener aber schnell wieder auf. Nicht dass wir gerade drückend überlegen geworden wären, doch auf einmal stand es nur noch 1:2. Roger, eigentlich der einzige Einheimische, der auch körperlich gegen die robusten und ziemlich deftig einsteigenden Wädenswiler bestehen konnte
, hatte zu einem Slalomlauf angesetzt, einige Gegner umspielt oder weggedrückt und schliesslich mit einer scharfen Spitzguge via Pfosten getroffen. Nur 3 Minuten später lag der Ball schon wieder im Netz der Gäste. Diesmal hatten auch die Wädenswiler gewisse Kommunikationsprobleme, da sich niemand so richtig für den ballführenden Pudi interessierte, der sich daher entschloss, das Runde humorlos ins Eckige zu schieben
.
Das Unentschieden zur Pause behagte dem Favoriten gar nicht. Wädenswil begann mit Volldampf und steigerte ihre schon vorher überlegene Laufleistung nochmals. Mit 2 schnellen Zuspielen in die Tiefe, bei denen die Horgener Verteidigung weder sehr gut stand, noch schnell reagierte und auch der Schiedsrichter den verzweifelt, aber unberechtigt, gehobenen Offsidereklamierarm
ignorierte, stellten die Gäste wieder auf eine dem Spielverlauf eher entsprechende 2-Tore Führung. Dann folgten noch ein paar Episoden der Bestseller-Serie „wie lasse ich Goalie Böbi im Stich“. Mit den besten Absichten verteidigten die Abwehrspieler Räume, in denen weit und breit kein Gegner zu sehen war oder spurteten wie beim 2:5 auf den ballführenden Angreifer zu, der im 1:1 Duell gegen unseren Keeper verzweifelt wäre, so aber elegant auf den nun freistehenden Kollegen spielen konnte, der nur noch einzuschieben brauchte.
Zwei Schmankerl sollen heute nicht unerwähnt bleiben:
Nach einem aufopfernd geführten Zweikampf mit gegenseitigen Schwingergriffen gingen sowohl Nick wie sein Gegenspieler zu Boden. Der Schiedsrichter entschied auf Foul gegen Horgen und, regeltechnisch wohl nicht völlig falsch, auf Rot gegen den Horgener Verteidiger
. Captain Böbi suchte sofort das Gespräch mit dem Schiri, immer lautere Wortfetzen waren hörbar wie „aber doch nicht bei den Senioren“ oder „so macht das keinen Spass mehr, da höre ich lieber auf“. Letzteres nützte. Die Verantwortung, die illustre Karriere unseres Keepers so zu beenden, konnte Schiri Valentino nämlich nicht auf sich nehmen, sodass er sich umstimmen liess und Nick am Kick mit nur einer gelben Karte wieder teilnehmen liess
.
Auch wenn wir die Wädenswiler etwas ärgerten, konnten wir ihren Sieg nicht wirklich gefährden
. Umso mehr freute uns ihr Lob, dass wir in der 3. Halbzeit also schon klar besser seien, dies nachdem die zweite Runde Bier lautstark und synchron verdankt wurde
. Schön zu sehen, dass wenigstens hier die Kommunikation bestens klappte
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