FC Horgen ü-50 : FC Oetwil-Geroldswil
Die Bedingungen für einen abendlichen Fussballkick waren ideal. Einwandfrei bespielbares Terrain, angenehme Temperatur und ein Gegner aus Oetwil-Geroldswil, der uns historisch kaum den Angstschweiss auf die Stirn trieb
. Für einmal begann auch das Spiel entsprechend, Horgen war bereit für die unter der Woche geübten 1:1 Duelle, liess den Ball gut zirkulieren und führte nach einer Doublette von Roger bereits nach wenigen Minuten mit 2:0. Es sah also nach einem stressfreien
und womöglich torreichen Spiel aus.
Und schon hielt der Schlendrian beim Heimteam etwas Einzug. Auch wenn sich die Abwehr der Limmattaler gelegentlich mitten vor dem Tor breiter als das Meer bei Moses öffnete
, schaffte es Horgen nicht mehr, solch grosszügigen Offerten anzunehmen und selbst klare Chancen zu verwerten. Auch defensiv wurde die Deckungsarbeit nicht mehr ganz konsequent ausgeführt, sodass die in sommerlichem Orange gekleideten Gäste
plötzlich auch zu ein paar Abschlüssen kamen, die aber das Tor meistens weit verfehlten.
Nicht so gegen Ende der 1. Halbzeit, als bei einem cleveren Oetwiler Lupfer ein paar Horgener nur Spalier standen, sodass der Ball über den verdutzten Böbi unter die Latte segelte. Das war aber bei weitem ein vernachlässigbares Problemchen im Vergleich zur Szene kurz vor der Pause, als unser Keeper auf einmal auf dem Boden sass und sein Knie hielt
. Er hatte ohne gegnerische Einwirkung einen Misstritt getan, bei dem, gemäss Überlieferungen der zur Hilfe geeilten Teamkollegen, ein hörbares Krosen zu vernehmen gewesen sei, grundsätzlich nie ein gutes Zeichen für ein Gelenk, dass schon Jahrzehnte fussballerischer Aktivität auf dem Tacho hat
. Wie ernst es sein musste, zeigte sich durch die Tatsache, dass Böbi, der sonst keinen Schmerz kennt, wirklich ausgewechselt wurde und bald danach mit den hier nochmals wiederholten besten Genesungswünschen
sofort seine Höhenkur im Toggenburg antrat.
Die Geschichte der 2. Halbzeit ist schnell erzählt. Horgen nahm das Spieldiktat wieder energisch an sich und liess keinen gefährlichen Abschluss der Gäste mehr zu. So wurden auch die unzweifelhaften Fähigkeiten von Spontanersatztorhüter Pudi nicht auf die Probe gestellt, seine Ballberührungen mit der Hand waren wohl an einem nicht gebrauchten Handschuh abzuzählen
. Richtung gegnerisches Tor liess Horgen den Ball wieder gepflegt laufen und spielte ihn im Zweifelsfall Roger in die Füsse, der aus verschiedenen Positionen seinem Torkonto nochmals 3 Erfolgsmeldungen hinzufügte

. Am Schluss hiess es also Roger (assistiert vom Rest der Horgener) 5, Oetwil-Geroldswil 1.
In der 3. Halbzeit wurden dann mögliche Ferndiagnosen über Böbi’s Knie ausgetauscht, wobei sich der eine oder andere aus schmerzlichen eigenen Erfahrungen auf seine persönliche Expertise abstützen konnte. Richtiger wurden die Prognosen der Laiendoktoren dadurch wohl auch nicht
, nur das Fazit bleibt, frei nach Winston Churchill, treib Sport oder bleib gesund
.




