FC Horgen ü-50 : FC Schlieren
Für entspannte Freitagabendkicks waren wir uns aus der Vergangenheit gewohnt, dass wir oft mit 2 kompletten Blöcken antreten konnten, was den entsprechenden Pärchen
pro Spielposition genügend Verschnaufpausen während den Matches verschaffte. Unser Kader hat sich durch Verletzungen und Abwesenheiten in letzter Zeit aber so arg dezimiert, dass in der heutigen Grundaufstellung nur noch die 4 blauen Spieler dieses Privileg genossen hätten, währenddem sich die roten Töggel auf 70 Minuten Bewegungstherapie einstellen konnten
.
In der Praxis war das dann etwas fluider, gab es doch eher ein Gerangel, wer sich als nächster kurz auf der Spielerbank ausruhen durfte
. Dies war aber dem vorgängig generösen Einsatz auf dem Spielfeld jedes einzelnen geschuldet. Der eine fand zum Beispiel, dass 4 Läufe hin und her innert 3 Minuten genug seien, der andere japste so stark nach Luft, dass er 3 Anläufe brauchte, um den Namen formulieren zu können, durch den er gerne ersetzt worden wäre, den dritten zwickte die Wade, dem vierten dröhnte der Kopf etc. etc.
Umso lobenswerter war es, dass sich Horgen durch diese Unwägbarkeiten nicht unterkriegen liess und den Gästen aus Schlieren in einem intensiven, kampfbetonten Spiel alles entgegenwarf, was möglich war
. Manch Zweikampf hinterliess einen brummenden Schädel, einen Pferdekuss
, der auch während dem Wochenende noch nachwirken wird oder kräftige Stempel auf diversen grossen Zehennägeln, die diesen Sommer mit allen dunklen Nagellacken in der Badi konkurrieren können
.
Auch fussballerisch gab es ein paar Highlights, wie Rogers energisch erzieltes 1:0 in der ersten Halbzeit oder seine Doppelchance inklusive Pfostenschuss knapp nach dem Pausentee. Ganz zu schweigen von Sali’s elegantem Dribbling um den Torhüter herum mit anschliessendem Spitzgugenknaller, den ein Schlieremer Verteidiger nur noch knapp vor der Linie abwehren konnte.
Bemerkenswert war heute aber vor allem die aufopferungsvolle Defensivleistung des ganzen Teams. Inspiriert von unseren Zweikampfmonstern Avni und Sassi
, die gefühlt jeden Ball gewannen, warfen sich auch unsere Manndecker Sali und Reto in jedes Duell und rackerten die Stürmer Robi und Vladi nach vorne wie nach hinten. Bei den Flügelzangen war Roger jederzeit gefährlich in der Angriffsbewegung und stellte sich auch defensiv vorbildlich in den Dienst der Mannschaft, währenddem sich Oldie Martin durch seine jugendlichen Gegenspieler, die noch in den Windeln lagen
, als er schon mit dem Töffli um die Häuser kurvte
, nicht beeindrucken liess und klaglos einsteckte, wie auch kräftig austeilte.
Und dann war da noch Pudi. Das fussgetapte Phänomen ohne Blut in den Zehen
, der neue zu-null Goalie. Seine ersten zwei Interventionen, bei denen er die Hände brauchte, waren noch etwas holprig, kein Wunder hatte er doch auf jegliches Einschiessen verzichtet
. Wie er danach aber pantherartig in die tiefe Ecke tauchte und einen Ball um den Pfosten drehte
, einige Schüsse dezidiert aus dem Strafraum faustete oder aus der Luft pflückte und das Spiel klug mit dem Bein, bei dem der Adduktor noch halbwegs straff spannte, auslöste, liess sogar Böbi als Mitglied des Rekonvaleszenztrios mit Heinz und Beni in der Fankurve vor Neid erblassen.
Gut gemacht Jungs
, trotzdem wären wir aber froh, wenn sich das Kader für das letzte Meisterschaftsspiel vom nächsten Freitag auf der Waldegg wieder etwas füllen würde, insbesondere auch im Hinblick auf die nächste Saison, ansonsten wir Gefahr laufen, solche Abende bald nur noch aus fernen Erinnerungen zu kennen.





