FC Horgen ü-50 – FC Seefeld
Nachdem er sich über Monate vornehm zurückgehalten hatte, zuckte der diesjährige Winter in den letzten Märztagen doch noch leicht
. Umso erfreuter waren die Altherren, dass sie ihren Start in die Rückrunde auf dem sehr gut bespielbaren Rasen der Waldegg A austragen durften
. Der Platzwart sah sich in seiner Grosszügigkeit bestätigt, waren doch kaum sliding tackles oder andere rasengefährdende Aktionen auszumachen und auch wenn die Bewegungen teilweise noch etwas wintersteif waren, konnten auch Standschäden an der grünen Unterlage mehrheitlich vermieden werden.
Die Angewöhnung an einen Gegner, der den Fuss auch einmal stehen liess
, brauchte nach den harmonischen, meist kontaktlosen internen Wintertrainings eine gewisse Zeit. Bald übernahmen die Horgener aber das Spieldiktat und konnten den Rhythmus etwas erhöhen. Noch wurden nicht immer die optimalen Pass- oder Laufentscheidungen getroffen, da aber auch die Seefelder kaum zusammenhängende Spielzüge zu Stande brachten, wurde es in den Strafräumen höchstens durch Eigenfehler gefährlich, sodass die beiden Goalies ab und zu eingreifen mussten. Richtig brenzlig war es erst bei einem Schuss von Roger, der von der Latte zurückprallte
. Ein paar Zeigerumdrehungen später staunte die stattliche Ersatzbank, unterstützt von Frühpensionär Steph
, über eine Slalomeinlage
unseres Jüngsten, Roger, der als Einziger erst kürzlich die Schwelle zu unserer fussballerischen Alterskategorie überschritten hatte, und sein feines Dribbling an mehreren Gegnern vorbei mit dem verdienten 1:0 abschloss. Der unverhoffte Ausgleich der harmlosen Gäste entstand durch einen präzisen Steilpass auf den Mittelstürmer, der alleine vor Böbi zum 1:1 einschieben konnte. Ungeschickt dabei war, dass der Absender dieser Vorlage ein Horgener war und sich der Adressat bereits blitzschnell an eine andere Position verschoben hatte. Es war zusätzlich aber auch fies, dass die Seefelder mit schwarzen Leibchen in der dunklen Nacht antraten
.
Die Geschichte der 2. Halbzeit ist schnell erzählt. Seefeld mühte sich zwar nicht per se unfair, aber doch mit Händen (zum Stossen und Halten) und Füssen (zum Treten) gegen die drohende Niederlage. Die Pfeife des Schiedsrichters blieb in einigen Szenen unerklärlicherweise stumm oder er verortete den Tatort
knapp ausserhalb des Strafraums. Die Horgener stellten sich aber öfters auch eher ungeschickt an oder hatten in einigen Szenen etwas Pech, letztmals als Robi Sassis Bogenlampenflanke mit einem technisch einwandfreien Kopfball an den Torpfosten köpfelte, von wo das à la Heinz (gute Besserung
) prall gepumpte runde Leder
an den anderen Pfosten und in die Hände des schon geschlagenen Torhüters kullerte.
So blieb es beim für Seefeld eher schmeichelhaften Unentschieden, was bis unter die Dusche und beim anschliessenden Bier unterschiedliche Emotionen von Gelassenheit bis zu hörbarer Frustration auslöste. Es wird sich zeigen, ob der Verantwortliche für den Medizinkoffer dort aus Eigeninteresse bis zum nächsten Match ein paar Baldriantropfen integriert…




