FC Richterswil : FC Horgen ü-50
Es fühlte sich richtig wie Herbst an, der Wind peitschte über die Wiesen auf dem Richterswiler Sternen
, die Temperatur war saisongerecht einstellig und die erstaunlich zahlreichen Zuschauer hatten sich schon in dicke Jacken gehüllt
. Da wollten sich die beiden Altherrenmannschaften nicht lumpen lassen und boten den Anwesenden ein Torspektakel, das zu einem sonst eher beim Eishockey üblichen Resultat von 8:4 führte
.
Doch der Reihe nach. Die Gäste aus Horgen sind in unserer Liga grundsätzlich gern gesehene Gegner, da wir meistens fair auftreten und immer wieder auch unerwartete Geschenke mitbringen
. So konnte sich ein Richterswiler Stürmer bereits nach 2 Minuten über einen auf dem Silbertablett präsentierten Ball freuen, der dummerweise dem hintersten Horgener versprungen war. Da das angereiste Kader zudem mit nur 3 Ersatzspielern knapp und einem Durchschnittsalter von genau 60 Jahren auch nicht mehr ganz jugendlich war, sahen die Pessimisten schon ein Desaster auf uns zukommen
.
Aber weit gefehlt, die Routiniers liessen sich nicht aus der Ruhe bringen und kamen schon 2 Minuten später durch eine präzise Spitzguge von Hajro zum unverhofften Ausgleich
. Obwohl schnell sichtbar wurde, dass einige der Richterswiler schneller als die Horgner waren und die Einheimischen den Eindruck eines eingespielteren Teams machten, zeigte sich das nicht sofort auf dem Totomat. Im Gegenteil, nach einer Viertelstunde stand plötzlich Paschi in guter Abschlussposition und schlenzte den Ball gekonnt in die untere linke Ecke. Bald darauf rieb sich manch einer verwundert die Augen, als Martin mit einem schönen Lob von praktisch der Mittellinie aus auf 1:3 erhöhte
und nur eine Minute später eine Flanke in den Strafraum brachte, die Adi energisch attackierte, geschickt verpasste und so Hajro am hinteren Pfosten das 1:4 markieren konnte
.
Diesen Spielstand nach 19 Minuten hätten sogar die kühnsten Horgner Optimisten nicht erwartet, währenddem sich die Richterswiler über solch unvorstellbares sichtlich nervten
. Sie legten zwar selbst noch einen Zacken zu, waren aber wiederum auf die gütige Mithilfe der Gäste angewiesen, die entweder den Ball vertändelten oder ohne gegnerische Einwirkung unelegant zu Boden purzelten und ihnen so noch vor dem Pausentee zu zwei einfachen Toren zum 3:4 verhalfen
.
Kaum war die Partie wieder angepfiffen, zeigten die Horgner einmal mehr ihre sympathische Seite, als Salih, ganz Gentleman
, der Amazone im Team der Richterswiler den Ball im eigenen Strafraum galant und unbedrängt vor die Füsse legte. Da wollte auch der völlig perplexe Böbi nicht uncharmant sein und liess ihren präzisen Schuss durch die Beine zum 4:4 Ausgleich passieren
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Was dann folgte, war aufgrund der Umstände leider nicht ganz unerwartet, das schöne Resultat löste sich schneller auf als die Schmerztablette des verletzten Avni
. Horgens Angriff konnte sich kaum mehr durchsetzen und kam zu keinen klaren Torchancen mehr. Die Abwehr stellte sich im einen oder anderen Zweikampf eher ungeschickt (Stichwort Purzelbaum anstatt Tackling) oder wenig clever (Thema Offsidelinie) an und wir mussten generell unsere heutigen Limiten und in regelmässigen Abständen noch 4 weitere Gegentore akzeptieren
.
Spätestens in der Kabine, als sich der Herbststurm gelegt hatte und durch den wohlig warmen Luftzug eines Ganzkörperföhns ersetzt wurde
, hatten wir unseren Humor aber wieder gefunden
und wir freuen uns auf die letzten 2 Vorrundenspiele. Tore sind gegen die 2 Spitzenclubs garantiert, hoffentlich nicht allzu einseitig
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