Eine kleine Perle am Rhein entdeckt
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Manchmal entdeckt man unverhofft Orte, an denen die Zeit ein wenig stehen geblieben zu sein scheint. Genau so eine kleine Perle haben wir bei einem von Karin organisierten Ausflug entdeckt. Eigentlich führte uns dieser an den Stoffmarkt Holland in Weil am Rhein. Und womit könnte man einen Ausflug an den Rhein besser verbinden als mit einer Fahrt im Ruderboot?
Was zunächst einfach nach einer schönen Ergänzung zum Tagesprogramm klang, entpuppte sich als kleine Entdeckungsreise zwischen Vergangenheit und pulsierender Gegenwart.
Karin, Astrid, Mirella und ich wurden von Annegret und Christoph vom Ruderclub Schleppi herzlich begrüsst. Wir fühlten uns sofort willkommen und so war es selbstverständlich, dass wir mit anpackten und gemeinsam den „Ottomani“ einwasserten.
Christoph führte uns mit seiner jahrelangen Rudererfahrung sicher über den Rhein. Begleitet von seinen spannenden Erzählungen vergingen die 13 Kilometer bis zum Stauwehr und zurück wie im Flug.
Und es gab einiges zu sehen: vorbei an den Hafenanlagen, vorbei an Hotelschiffen, auf Augenhöhe den frühstückenden Hotelgästen zuwinken. Und wer rechnet schon damit, an einem frühen Samstagmorgen am Rheinufer plötzlich einem Rosapelikan zu begegnen? Der freche Vogel war einige Wochen zuvor aus dem Basler Zoo ausgebüxt und präsentierte sich uns völlig unbeeindruckt und ausgesprochen fotogen vor der Hafenmauer. Inzwischen konnte er wieder in den Zolli gebracht werden und erholt sich von seinem Ausflug.
Die Fahrt auf dem Rhein erwies sich als wunderbare Alternative zu einem klassischen Stadtbummel. An diesem herbstlich anmutenden frühen Samstagmorgen zeigte sich Basel von einer ungewohnt ruhigen Seite. Die Uferzone in Kleinbasel liess die abendliche Partystimmung nur erahnen, wenige Passagiere nutzten die kleinen Fährschiffe, rund um die Roche-Türme herrschte Ruhe und Strassen und Brücken gehörten noch den Joggern statt den Blechlawinen des Berufsverkehrs.
Besonders eindrücklich waren für mich die Gegensätze auf so kleinem Raum: das alte und das neue Stadtbild von Basel, futuristische Architektur auf französischer Seite und moderne Lofts auf deutscher Seite. Dazwischen Brachland aus früheren Industriezeiten, das der Natur wieder Raum geben soll, Hafenanlagen und Rheintanker und nicht weit entfernt Landesgrenzen, die auf dem Wasser beinahe bedeutungslos erscheinen.
Und mitten in diesem Melting Pot aus Industrie, internationaler Schifffahrt, Stadtleben, Natur und drei Ländern liegt klein und fein der Ruderclub Schleppi. Ein Ort mit einem ganz eigenen Charme, an dem die Zeit tatsächlich ein wenig stehen geblieben zu sein scheint. Man spürt die Freude am Rudern, die Verbundenheit mit dem Rhein und eine angenehme Gelassenheit. Nur ein Geheimnis wird offenbar streng gehütet: das Durchschnittsalter der Mitglieder. 😉
Ein grosses Dankeschön an Karin für die Idee und Organisation und natürlich an die Schleppis, die uns so herzlich aufgenommen, ihren schönen Kahn zur Verfügung gestellt und uns einen ganz besonderen Blick auf Basel und den Rhein ermöglicht haben
Sandra A.
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